Deutsch ist tabu

Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Hugo Schultz Realschule machen im Rahmen ihrer Englisch-Projektwoche einen Ausflug durch die Stadt, wo sie ihrem "Native Speaker", Phil Gamble, von der Organisation Lingua Projects Bochumer Sehenswürdigkeiten in englischer Sprache erklären, auf dem Bild den Jobsiade-Brunnen auf dem Husemannplatz.
Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Hugo Schultz Realschule machen im Rahmen ihrer Englisch-Projektwoche einen Ausflug durch die Stadt, wo sie ihrem "Native Speaker", Phil Gamble, von der Organisation Lingua Projects Bochumer Sehenswürdigkeiten in englischer Sprache erklären, auf dem Bild den Jobsiade-Brunnen auf dem Husemannplatz.
Foto: WAZ FotoPool
Die neunte Jahrgangsstufe der Hugo-Schultz-Realschule nimmt eine Wochelang an einem Sprachprojekt teil, bei dem nur Englisch gesprochen wird. Muttersprachler aus England, USA und Jamaika begleiten die 13- bis 16-Jährigen eine Woche lang. Dabei präsentieren die Jugendlichen den Native Speakers ihre Stadt wie Touristenführer - auf englisch.

Dahlhausen..  Eine Woche lang kommt kaum ein deutsches Wort über ihre Lippen. Die rund 90 Jugendlichen der Jahrgangsstufe 9 der Hugo-Schultz-Realschule absolvieren mit Muttersprachlern ein Englisch-Projekt, bei dem die Fremdsprachenkenntnisse gefördert werden. „Nur untereinander reden wir Deutsch, wenn wir in unseren Gruppen arbeiten“, erklärt Vanessa Kuntzig.

Die 13- bis 16-Jährigen nehmen teil am Projekt des Anbieters „Lingua Projects“, der bundesweit sogenannte Native Speakers an Schulen schickt. Wie den 29-jährigen Phil Gamble, der vor drei Jahren aus den USA nach Bielefeld kam. Dort unterrichtet er American Football und eben Englisch für die Jahrgangsstufen sieben bis elf. Deutsch spricht er kaum, muss er auch nicht. Schließlich sollen die Jugendlichen mit ihm in seiner Sprache parlieren. „Ich lerne die Sprache erst. Beim Sport, wenn ich die Leute trainiere, brauche ich es schon.“ Die Projektteilnahme muss extra bezahlt werden; einen Teil trägt der Förderverein der Realschule.

So hatten Mädels und Jungs am Mittwoch die Aufgabe, ihren Gastlehrer durch Bochum zu führen und ihm Sehenswürdigkeiten wie Bergbaumuseum, Starlight Express, Planetarium, Stadtpark und Rewirpower-Stadion zu zeigen und wie ein Stadtführer auf Englisch zu erklären. „Dazu haben wir tags zuvor im PC-Raum der Schule recherchiert, uns die Punkte herausgesucht und Informationen gesammelt“, so Emily Welzel.

Die Jugendlichen erleben die Projektwoche ein wenig wie den ganz normalen Alltag. So machen sie auch Spiele wie etwa Stadt-Land-Fluss, nur eben alles auf Englisch. Oder sie führen Diskussionen mit ihrem Native Speaker etwa über Sport, über gesellschaftliche Besonderheiten in den USA, den englischen Thronfolger oder Sehenswürdigkeiten in englischsprachigen Ländern.

Schritt für Schritt wird täglich dazugelernt, sich in der Sprache auszudrücken. „Es ist nie langweilig, wir gehen spielerisch vor“, sagt Vanessa Kuntzig. Es mache viel Spaß.

Und bringt etwas: „Ich bin jetzt schon viel sicherer im Sprechen“, versichert Chantal Menzel.

Am Freitag, 5. September, zeigen die Schüler in 15 Gruppen vor Publikum ab 11 Uhr in der Aula, was sie binnen einer Woche dazugelernt haben. „Wir machen kleine Inszenierungen, die Form kann sich jede Gruppe selbst aussuchen. Unsere führt zum Beispiel eine Talk-Show in Comedy-Form auf“, sagt Sam Welzel. Eine reines Mädelsteam hat sich für einen Horrorfilm entschieden, die englischen Dialoge schreiben die Schülerinnen selbst. „Auch die Requisiten besorgen wir selbst“, so Vanessa.

 
 

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