Dahlhauser Krippen finden neue Besitzer

Fasziniert von Krippen: (v.kl.) Jürgen und Doris Hasemann sowie Rosemarie und Manfred Lipienski gründeten im Jahr 1993 ihren Krippenverein.
Fasziniert von Krippen: (v.kl.) Jürgen und Doris Hasemann sowie Rosemarie und Manfred Lipienski gründeten im Jahr 1993 ihren Krippenverein.
Foto: Ingo Otto
Seit über 20 Jahren leitet Manfred Lipienski sein beliebtes Krippenmuseum. Jetzt hat er sich von einigen Stücken getrennt – aus Platzmangel.

Dahlhausen.  „Reiner, was meinst Du, welche Figuren sind hübscher?“, fragt Petra Klein ihren Ehemann und kann sich nicht zwischen den beiden elfteiligen Figurensets entscheiden. Kein Wunder: In allen Arbeiten steckt Liebe zum Detail, in vielen die von Krippenbaumeister Manfred Lipienski und Ehefrau Rosemarie.

„Kein Stück gleicht einem anderen, wir machen keine Massenproduktion“, sagt Manfred Lipienski stolz. Vor 25 Jahren beschloss er mit zwei Kollegen von der Feuerwehr, die erste Krippe zu bauen und hatte dafür sogar sein geliebtes Hobby Dampflokomotiven an den Nagel gehängt. „1993 haben wir den ersten Bochumer Krippenverein gegründet – und das gerade an Heiligabend“, so der 75-Jährige.

Inzwischen zählt seine Sammlung über 250 selbst gefertigte und international gesammelte Werke. Davon sind am 1. Advent einige verkauft worden: „Aus Platzmangel und weil unsere Arbeit finanziert werden muss, bieten wir einige Krippen und Figuren aus dem Fundus zum Verkauf an“, erklärt Lipienski. Diese kommen aus dem eigenen Haus, aber auch aus fernen Ländern wie Ecuador, sind auf einem Nagelkopf gemalt oder mit knapp 1,80 Meter menschengroß.

Krippe aus 126 Einzelteilen

Von einem seiner ersten Werke trennt sich Lipienski heute. „Es fällt mir nicht leicht, sie abzugeben“, gibt er zu. Denn der Stall besteht aus 126 Einzelteilen aus Lindenholz, ist handgeschnitzt und kommt ohne Metall aus. „Es gibt keine Produktion von A-Z, es ist ein langer Prozess, bei dem ich auch mal wieder etwas abreiße“, erklärt der Krippenbaumeister.

Auch Ehefrau Rosemarie Lipienski unterstützt die Arbeit: „Ich koloriere Figuren mit nicht-giftigen Farben“, sagt sie. Am liebsten bemale sie Tiere. Ist eine Krippe fertiggestellt, wird ein kleines Richtfest abgehalten. „Mit Leberkäse und Brötchen“, ergänzt Gründungsmitglied Jürgen Hasemann.

„In jede Familie gehört eine Krippe.“

Petra Klein ist noch immer unentschlossen: „Mir ist wichtig, dass die Figuren freundliche Gesichter haben“, sagt sie und schaut sich weiter in dem gemütlichen Pavillon und Stübchen um. „Krippen sind etwas Traditionelles. Sie gehören zu Weihnachten dazu, so wie der Tannenbaum“, sagt Reiner Klein.

Manfred Lipienski hilft bei der Entscheidung, betont aber: „Die Krippe muss ganz allein Ihren Geschmack treffen.“ Seine Lieblingskrippe stammt aus dem Kloster der Redemptoristen. „Wir verleihen auch Krippen, etwa an Kaufhäuser und Kirchen“, sagt er. Ehepaar Klein hat sich inzwischen für ein Set entschieden. „Die Krippe wird in unserer Vitrine stehen“. Damit ist der Verein seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Es lautet: „In jede Familie gehört eine Krippe.“

Bochums erster Krippenbaumeister

Der 1993 gegründete „Erste Bochumer Krippenverein“ ist der einzige seiner Art in NRW. Manfred Lipienski bestand seine Meisterprüfung 1994 in Tirol und ist damit Bochums erster Krippenbaumeister. Mit seinem virtuellen Krippenmuseum besucht er Interessierte und zeigt über Beamer außergewöhnliche Krippen.

www.bochumer-krippenverein.de

 
 

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