Benefiztag für die Kinder von Fukushima

Nicht nur die musikalischen Darbietungen bei der Fukushima-Benefizveranstaltung kamen gut an, auch das Origamifalten am Nachmittag. Hier versucht sich Besucherin Anne im Basteln mit Papier. Sieht schon ganz gut aus.
Nicht nur die musikalischen Darbietungen bei der Fukushima-Benefizveranstaltung kamen gut an, auch das Origamifalten am Nachmittag. Hier versucht sich Besucherin Anne im Basteln mit Papier. Sieht schon ganz gut aus.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Sechste Veranstaltung in der Emmaus-Kirche bringt 2550 Euro. Geld, das für Erholungsurlaube fern der atomar verseuchten Gegend in Japan benötigt wird.

Weitmar-Mark..  Beim Reaktorunglück von Fukushima (Japan) am 11. März 2011 waren die dort lebenden Kinder die größten Leidtragenden. Daran erinnerte Yoko Schlütermann, die Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund, beim inzwischen sechsten Benefizkonzert für die Fukushima-Kinder in der Emmaus-Kirche der Evangelischen Ortsgemeinde. Das Posaunentrio Buccinate trat wieder für diese Kinder auf. Sängerin Sachiko Bömer-Oshumi, begleitet von Mischiko Tashiro (Klavier), sowie Pianistin Barbara Bardach unterstützten das Anliegen. Die 122 Konzertbesucher waren begeistert.

Bei vielen von ihnen fanden auch das im Vorfeld angebotene Origamifalten und der japanische Flohmarkt großen Anklang. „Das ist ganz schön kniffelig. Die Japaner sind wahre Verpackungskünstler“, erklärte Li Schmidgall, die die Bastelaktion anleitete. Kinder und Erwachsene waren deshalb am Ende sehr stolz auf ihre Werke.

Freizeiten auf einer Insel

Yoko Schlütermann und Rima Ideguchi (Posaunentrio Buccinate) versorgten zu Konzertbeginn die Gäste mit ein paar Informationen. „Seit der schrecklichen Katastrophe in 2011 organisieren wir diese Benefizkonzerte“, erklärte Ideguschi. Dabei seien bisher 12 275 Euro zusammen gekommen.

Die Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft ging ins Detail: „Die 275 000 dort lebenden Kinder dürfen seitdem nicht mehr an der frischen Luft spielen. Bei 167 von ihnen wurde inzwischen Schilddrüsenkrebs festgestellt.“ Die Tendenz sei steigend, da es im März 2015 noch 118 Kinder waren, so die in Unna lebende Japanerin weiter. Yoko Schlütermann und ihr Mann Horst organisieren deshalb seit 2011 Erholungsfreizeiten für die Kinder. „1000 Kinder brachten wir inzwischen dafür auf die 2200 Kilometer entfernte Insel Okinawa“, berichtete sie. „Die Kleinen leben dort richtig auf.“

Um mit dem Benefizkonzert Geld für dieses Angebot einzuholen, spielte anschließend das Trio Buccinate. Im Wechsel von Solo (Ideguschi), Duo (Thorsten Lange-Rettich, Fabian Liedtke) und Trio erklangen verschiedene Posaunenwerke. Bei der „Emerald Rhapsody“ verstärkte Barbara Bardach (Klavier) gekonnt das Trio.

Für weitere Abwechslung beim knapp 90-minütigen Programm sorgte Sachiko Bömer-Oshumi. Sie sang japanische Lieder mit traurigen und fröhlichen Inhalten. Der Hit des Tages war ihr Tango „Sayonaraha dansunoatode“ (Sag Tschüss nach dem Tanzen), den sie mit dem Trio und Tashiro intonierte. Das Publikum applaudierte begeistert und forderte Zugabe. „Das war ein tolles Konzert“, freute sich Brigitte Vogelsang, die mit vier Freundinnen kam.

Das Konzert erbrachte 2050 Euro für die Fukushima-Kinder. Hinzu kamen 500 Euro vom Öko­strom-Anbieter „naturstrom“.

 
 

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