An Gemälden nagt der Zahn der Zeit

Restaurator Thomas Hebler legt behutsam Hand an: Mit Druckluft entfernt er Schimmel von einem Gemälde, das einen Franziskaner-Pater zeigt.
Restaurator Thomas Hebler legt behutsam Hand an: Mit Druckluft entfernt er Schimmel von einem Gemälde, das einen Franziskaner-Pater zeigt.
Foto: Ingo Otto
Gedenkstätte für Kriegsgefangene in der Heimkehrer-Dankeskirche wird aufwändig restauriert. Kosten werden die Förderung der Stadtwerke übersteigen.

Weitmar-Mark..  Die umfangreichen Sanierungsarbeiten in der Heimkehrer-Dankeskirche haben begonnen: Elektriker und Maler richten gerade die Räumlichkeiten der Krypta her, in dem die bemerkenswerte Dauerausstellung über Gefangenschaft und Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg demnächst nach einer kompletten Neukonzeption wieder präsentiert werden soll.

Das Museum zeigt zahlreiche Gegenstände, die in den Lagern mit deutschen Kriegsgefangenen entstanden sind. Hinzu kommen Gemälde und Zeichnungen aus dem Alltagsleben der Lagerinsassen sowie eine Kopie der berühmten „Stalingradmadonna“.

„Bei einer Begehung der Ausstellung mit Fachleuten fiel auf, dass viele der historisch einzigartigen Gemälde und Zeichnungen durch die einfache Rahmung und durch Feuchtigkeit bereits Säureschäden erlitten haben“, erzählt Christian Herker vom Gemeinderat St. Franziskus.

Mit Thomas Hebler hat die Gemeinde einen Experten gewonnen, der die Restaurierung und Neurahmung der Zeichnungen und Gemälde vornimmt und dem Gesamtprojekt auch darüber hinaus beratend zur Seite steht.

Dabei handelt es sich um insgesamt 40 Objekte. Für den Inhaber der Galerie Hebler an der Markstraße ist dies eine reizvolle Aufgabe: „Die restaurierungsbedürftigen Bilder werden zuerst in verschiedenen Bädern oder mit einfacher Druckluft gereinigt und entsäuert, um anschließend staubdicht gerahmt zu werden“, sagt er. „So sollen sie der Nachwelt im Sinne der Erinnerungskultur dauerhaft erhalten bleiben.“

Sponsoring der Stadtwerke

Die Neukonzeption des Museums in der Krypta wurde durch ein Sponsoring der Stadtwerke über 13 000 Euro möglich. „Wir freuen uns darüber, diese historisch einzigartige Sammlung in Bochum durch das Sponsoring zu fördern und zu erhalten“, sagt Sprecher Kai Krischnak.

Allerdings: Die Gesamtkosten der Renovierung werden das Sponsoring der Stadtwerke deutlich übersteigen. Laut Christian Herker werden für die Neukonzeption keinerlei Mittel aus dem Haushalt der Pfarrei verwandt: „Wir haben viel Unterstützung durch weitere externe Spender erfahren und sind auch weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.“ Ansonsten könne erst ein Teil der Zeichnungen und Gemälde im ersten Schritt restauriert und neu gerahmt werden.

Neueröffnung im Frühjahr

Die Gemeinde hofft, dass durch weitere Unterstützer die Restaurierung aller Zeichnungen und Gemälde bis zur Neueröffnung des Museums im Frühjahr 2017 gelingen kann. „Das wäre natürlich ein besonders großes Geschenk zur Einweihung“, meint Herker.

 
 

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