Studentisches Nachhilfe-Projekt aus Bochum expandiert

Thomas Witner (l.) und Dustin Lehmann
Thomas Witner (l.) und Dustin Lehmann
Foto: Dietmar Wäsche
„Snap“ ist 2012 aus einem Projekt der Ruhr-Uni hervorgegangen. Nun ist das Unternehmen bereits in 25 Städten vertreten

Bochum..  Wer kennt das nicht: Die Gleichungen in Mathe verwirren, die Französisch-Vokabeln sitzen nicht und in Deutsch will sich der Sinn von Metaphern einem nicht erschließen. Wenn die Schulnoten nicht mehr stimmen, hilft der Nachhilfelehrer. Und der könnte von der Firma „Snap“ kommen. Die Abkürzung steht für „Studentische Nachhilfe Außergewöhnlich Preiswert“ und verweist auf das Besondere des Unternehmens. „Wir haben 2012 als kleines Praxisprojekt an der Uni angefangen“, sagt Dustin Lehmann, einer der Geschäftsführer von Snap.

Als das Seminar endete, führten die damaligen Studenten der Ruhr-Universität das Projekt selbstständig weiter. „Die Nachhilfelehrer waren unsere Kommilitonen“, sagt er. Diese sollten ein gutes Gehalt erhalten und die Nachhilfeschüler nicht zu viel für die Extrastunden bezahlen. Das Konzept scheint zu funktionieren: Snap ist rasant gewachsen und nach vier Jahren nun in 25 Städten deutschlandweit vertreten.

Geschäfte regeln von Bochum aus

Von ihrem Büro aus koordinieren die jungen Männer das Geschäft. „Wir akquirieren unsere Nachhilfelehrer über soziale Medien und Stellenausschreibungen auf Universitätsseiten im Internet“, sagt Lehmann. Manches Vorstellungsgespräch verlaufe dann auch mal über Skype, ein Programm, mit dem man videotelefonieren kann. In Wuppertal gibt es eine Franchise-Filiale der Nachhilfe. Auch Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München möchte Snap mit Nachhilfelehrern versorgen. „Der Anfang war dort etwas holprig. Langsam werden wir da durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannter“, sagt Lehmann. In mittelgroßen Städten wie Leipzig oder im Ruhrgebiet laufe das Geschäft besser. Dass er eines Tages seinen Lebensunterhalt mit Snap verdienen würde, hätte Lehmann als Student nicht gedacht. Ursprünglich wollte er Leiter einer sozialen Einrichtung werden und nach dem Studium an der RUB ein Zweitstudium beginnen.

Doch so wie es gekommen ist, findet er es auch ganz gut. „Ich glaube, unser Erfolg liegt an unserem Konzept. Wir gestalten unsere Preise fair, haben keine Vertragslaufzeit, und die Qualität stimmt aber trotzdem. Man kauft bei uns nicht die Katze im Sack“, sagt er. Für die ferne Zukunft setzt Lehmann mit seinen Geschäftspartnern auf Webnachhilfe.

 
 

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