Studenten der Uni Witten/Herdecke helfen in Bochum beim Kampf gegen die Kilos

Medizinstudenten Lea Sasse hält Kindern auf dem Sinnesparcours Riechproben unter die Nase.
Medizinstudenten Lea Sasse hält Kindern auf dem Sinnesparcours Riechproben unter die Nase.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.. Mit verbundenen Augen hocken Jana und Noah auf dem Boden der Turnhalle. Lea Sasse, Medizinstudentin der Uni Witten/Herdecke, hält ihnen Duftproben unter die Nasen. Die beiden Fünftklässler der Sekundarschule-Ost sollen hier im „Sinnesparcours“ herausfinden, was sie gerade riechen. „Zimt!“, ruft Lea. „Bei mir ist es Lebkuchen“, ist sich ihr Klassenkamerad sicher. Schwieriger wird es dagegen beim Kräutertee. Der Begriff „Kamille“ fällt ihnen nicht sofort ein.

Ausflüge und gemeinsames Kochen

Jana, Noah und ihre Mitschüler nehmen an einem gemeinsamen Projekt ihrer Schule und der Universität Witten/Herdecke teil. Es geht um Sport und gesunde Ernährung. „Add Action“ soll vorbeugen und aufklären, denn die Zahl von übergewichtigen jungen Leuten nimmt in Deutschland zu. Fast vier Millionen leiden inzwischen daran, fast jedes sechste Kind ist übergewichtig. Gerade Kinder aus finanziell schwachen Schichten sind anfällig, Begleiterkrankungen wie Diabetes kommen häufig noch hinzu.

Schulleiter Bernhard Giese kennt die Probleme aus jahrelanger Erfahrung: „In Deutschland fehlen uns flächendeckende Sport- und Gesundheitsprogramme an Schulen.“ Die umso wichtiger wären, weil immer mehr Kinder vor PC, Gameboy oder Playstation sitzen, statt sich draußen auszutoben.

Gemeinsamer Sport verbessert den Teamgeist

Wie wichtig der gemeinsame Sport für Kinder aber ist, hatte ein Versuch in einer 6. Klasse bewiesen. „Die Kinder hatten jeden Morgen zuerst eine Stunde Sport, erst danach begann der andere Unterricht“, berichtet Bernhard Giese. Am Ende des Schuljahres stellte sich die Frage: Wie haben sich Sozialverhalten und Leistungsvermögen verbessert? Die Antwort war eindeutig: „Die Klassenarbeiten waren besser als die der Parallelklassen. Und was noch mehr auffiel war das Verhalten von Jungen und Mädchen in den Pausen: Sie teilten sich nicht wie üblich in einzelne Gruppen auf, sondern spielten gemeinsam Tischtennis oder Basketball.“ Sport fördert Teamgeist, auch in der Schule.

Deshalb beginnt jede Add-Action-Stunde mit Federball, bevor es in Kleingruppen mit Fußball, Seilspringen oder Basketball weiter geht. Doch es gibt noch mehr, weiß Elisa Schunkert, 1. Vorsitzende des Projekts: „Wir kochen auch gemeinsam, besuchen einen Bauernhof oder gehen in die Kletterwand.“ Gemäß dem Add Action-Motto: „Bildung braucht Gesundheit.“

 
 

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