Stromkunden laufen den Stadtwerken davon

Rolf Hartmann
Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum, nach einer Aufsichtsratssitzung am 16. Nov. 2012.
Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum, nach einer Aufsichtsratssitzung am 16. Nov. 2012.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Rund 2500 Kunden haben ihren Stromvertrag mit den Bochumer Stadtwerken gekündigt, nachdem die Preiserhöhung um 10 bis 11 Prozent zum 1. Januar 2013 bekannt gegeben wurde.

Bochum. Auf die Erhöhung der Strompreise haben zahlreiche Stadtwerke-Kunden mit einer Vertragskündigung reagiert. Wie Firmensprecherin Heike Paplewski auf Nachfrage schilderte, haben von den 190.000 Stromkunden der Stadtwerke 1,3 Prozent und damit rund 2500 den Lieferanten gewechselt.

Das allerdings sei ein Kundenverhalten, wie es die Stadtwerke auch in den Vorjahren erlebt habe - da hätten im Schnitt 1 bis 1,7 Prozent der Kunden den Stromversorger gewechselt. Andererseits seien Kunden, die mit anderen Stromanbietern nicht zufrieden waren, zu den Stadtwerken zurückgekommen. Deren Zahl sei allerdings nicht statistisch erfasst worden.

Die Preiserhöhung beim Strom um etwa 10,7 Prozent zum 1. Januar 2013 war von den Stadtwerken mit etlichen externen Preisbelastungen begründet worden. Genannt wurde etwa die neue Gebühr für erneuerbare Energie, für Offshore (Windkraft), aber auch für Netzentgelte.

Prozentual gesehen, waren 11.500 Kunden mit Nachtstromspeicherheizung besonders betroffen: Sie müssen jetzt für den Nachtstrom um 14,4 Prozent mehr bezahlen. Sie sind noch in anderer Hinsicht betroffen: Für den Nachtstrom gibt es keinen alternativen Anbieter.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes stand, dass die 1,3 Prozent rund 250 abgewanderten Stadtwerke-Kunden entsprächen. Tatsächlich sind es rund 2500, es fehlte eine Null. Wir haben diesen Fehler korrigiert.