Streit um Sky-Übertragung geht in die Verlängerung

Derweil glaubt der Hotel- und Gaststättenverband an ein übles Spiel.
Derweil glaubt der Hotel- und Gaststättenverband an ein übles Spiel.
Foto: NRZ
Mit einem 2:1-Sieg gegen Inter Mailand zog der FC Schalke 2011 ins Halbfinale der Champions League ein. Der Rechtsstreit zwischen einem Gastwirt und dem Pay-TV-Sender Sky hat noch keinen Gewinner.

Bochum. 6348 Euro: So viel soll Gastwirt Rainer Klos an den Privatsender überweisen. An jenem 13. April 2011, so der Vorwurf, soll Klos in seinem Gladbecker Gasthof „Bauer Wilms“ das Schalke-Spiel auf Sky gezeigt haben, ohne ein Abo zu besitzen. Das, so der Bezahlsender, habe eine Kontrolleurin eindeutig festgestellt. 3600 Euro verlangt Sky für die unrechtmäßige Ausstrahlung, inklusive Gerichtskosten 6348 Euro.

Rainer Klos denkt nicht daran zu zahlen. Zwar sei das Spiel an dem Abend tatsächlich in seinem Gasthof zu sehen gewesen – aber auf SAT1, das die Begegnung ebenfalls (und gebührenfrei) übertragen hat. „Ich habe nur einen kleinen Apparat hinter der Theke. Wir sind keine Fußballkneipe. Mit Sky habe ich geschäftlich oder privat nichts am Hut“, beteuert Klos.

Im März scheiterte eine Güteverhandlung (wir berichteten). In dieser Woche saßen sich die Kontrahenten erneut im Bochumer Gerichtssaal gegenüber. Hauptperson diesmal: die Kontrolleurin, die damals im Einsatz gewesen sein soll. Kurz nach 22 Uhr, so die 35-Jährige, habe sie den Gasthof betreten.

Rund 15 Personen seien dort gewesen. „Im Fernsehen lief Fußball. Das Sky-Logo war klar erkennbar“, bekräftigte die Dortmunderin die Angaben, die sie bereits in einer Eidesstattlichen Versicherung gemacht hatte. An dem Abend habe sie insgesamt 15 bis 20 Kontrollen in Gaststätten vorgenommen. Entdecke sie eine Sky-Übertragung ohne Abo, erhalte sie 15 bis 20 Euro von einer Agentur. Ansonsten gebe es nur die Anfahrtspauschale.

Ulrich Bender, Anwalt des Gastwirts, vermutet, dass es allein um die Provision ging. Sein Mandant und die damalige Kellnerin „beschwören“, dass die Kontrolleurin an dem Abend nicht in der Gaststätte war. „Wir haben diese Frau noch nie gesehen.“ Um 22 Uhr habe auch nur noch ein Gast am Tresen gehockt.

Just dieser späte Besucher sorgt nun für eine Verlängerung des Sky-Zwistes. Weil er einer Vorladung als Zeuge am Donnerstag nicht folgte, ordnete Richterin Sabine Steinbach einen weiteren Verhandlungstermin an.

Derweil glaubt der Hotel- und Gaststättenverband an ein übles Spiel. Rainer Nothoff: „Zahlreiche Gastwirte gerade im Ruhrgebiet werden mit Zahlungsaufforderungen von Sky konfrontiert. Man hat fast den Eindruck, die besorgen sich die Adressen aus dem Telefonbuch. Grund: Immer weniger Inhaber sind bereit, monatlich bis zu 400 Euro Abogebühren zu bezahlen.“

 
 

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