Streit um Räumung von Flüchtlingsunterkunft bleibt ungelöst

Stadtdirektor Michael Townsend am Mittwoch im Gespräch mit Flüchtlingen. Nachher verabschiedete er sich bei vielen persönlich mit Handschlag. „Die Gespräche verlaufen sehr respektvoll“, sagte er der WAZ. 
Stadtdirektor Michael Townsend am Mittwoch im Gespräch mit Flüchtlingen. Nachher verabschiedete er sich bei vielen persönlich mit Handschlag. „Die Gespräche verlaufen sehr respektvoll“, sagte er der WAZ. 
Foto: B.Ki.
Streit um die Räumung einer Flüchtlingsunterkunft in Bochum bleibt ungelöst. Stadt konnte sich erneut nicht gegen die Bewohner durchsetzen.

Bochum.. Die Entscheidung über eine mögliche polizeiliche Zwangsräumung der Flüchtlings-Unterkunft an der Querenburger Straße ist am Mittwoch erneut vertagt worden. Die 50 Flüchtlinge, die sich weigern, wie von der Stadt gefordert umzuziehen, dürfen vorläufig in ihrer bisherigen Turnhalle bleiben, einige Tage. Eine Lösung des Problems wurde damit weiter hinausgeschoben. „Man muss die Situation nicht eskalieren lassen“, sagte Stadtdirektor Michael Townsend.

Er versuchte am Mittwochmittag erneut, die alleinstehenden Männer mit weiteren Zugeständnissen umzustimmen. Die Stadt will, dass sie in die Leichtbauhallen an der Kollegstraße nahe Kemnader See ziehen, weil die alte Turnhalle dringend saniert werden muss. Die Flüchtlinge wollen hingegen direkt in Wohnungen mit eigener Kochmöglichkeit. Das ist an der Kollegstraße nicht möglich; das Essen wird von der Stadt täglich dorthin geliefert.

WLan und Shuttle-Busservice angeboten – ohne Erfolg

Townsend machte am Mittwoch weitere Zugeständnisse, um einen Polizeieinsatz zu vermeiden. Er bot an, an der Kollegstraße WLan einzurichten. Und weil die Kollegstraße weit außerhalb liegt, auch einen Shuttle-Busservice. Aber auch das stimmte die Flüchtlingen nicht um. Sie fürchten, dass wenn sie erstmal an der Kollegstraße einziehen, dort wieder viele Monate ohne Selbstversorgung leben müssen. In der kargen Turnhalle sind sie jetzt bereits bis zu zehn Monate untergebracht. Townsend versprach ihnen aber erneut, sie so schnell wie möglich in Wohnungen zu vermitteln, die ersten bereits im August. Trotzdem lenkten die Flüchtlinge nicht ein.

Nun also bleiben sie in der Turnhalle. Die Stadt liefert jetzt kein Essen mehr, sondern zahlt ihnen täglich 6,26 Euro pro Person zur Selbstversorgung in bar aus. Kochen dürfen sie in der Halle aber aus Sicherheitsgründen nicht. „Dann habe ich keine Chance, dann muss ich räumen lassen“, so Townsend.

 
 

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