Streit um Kastrations-Pflicht für Katzen in Bochum

Sigrid Kipper vom Verein „Tiere in Not“ mit einer der vielen in Obhut genommenen Katzen, hier eine Aufnahme vom vorigen April. Foto:Ingo Otto
Sigrid Kipper vom Verein „Tiere in Not“ mit einer der vielen in Obhut genommenen Katzen, hier eine Aufnahme vom vorigen April. Foto:Ingo Otto
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Tierschützer sind enttäuscht: Sie fordern eine Kastrationspflicht für frei laufende Katzen, aber das Ordnungsamt hält das nicht für machbar.

Bochum.. Auf ihrem Weg zur Einführung einer Kastrations- und Registrierungspflicht für freilaufende Hauskatzen haben Bochumer Tierschützer einen Rückschlag hinnehmen müssen. Das Ordnungsamt hat dem zuständigen USO-Ausschuss (Umwelt, Sicherheit, Ordnung) vorgeschlagen, eine entsprechende Verordnung abzulehnen. Andere Städte sehen dies aber ganz anders: Essen zum Beispiel hat in diesem Frühjahr eine Kastrations- und Registrierungspflicht stadtweit eingeführt.

„Dies ist sowohl unter Tierschutz- als auch Naturschutzgesichtspunkten nicht akzeptabel“, ärgert sich Gerhard Kipper vom Bochumer Tierschutzverein „Tiere in Not“ über die Bochumer Verwaltung. Seit vielen Jahren kämpft er dafür, dass verwilderte und herrenlose Hauskatzen, die auf Industriebrachen, in Schrebergärten oder in Wohnanlagen herumstreunen, und auch Wohnungskatzen mit Freigang kastriert werden, damit nicht massenhaft und unkontrolliert Nachwuchs gezeugt wird.

„Die Katzen sterben nicht, sie verrecken elendig“

Denn anders als so genannte „Wildkatzen“, eine eigene Art, können sich diese Katzen in Freiheit nur unzureichend zurechtfinden und selbst versorgen. Viele sind schlecht ernährt, ausgezehrt und krank. Sie leiden oft an Infekten, Viren, Parasiten und unbehandelten Verletzungen. Die Muttertiere sind oft zu schwach, um ihre Babys mit genug Nährstoffen zu versorgen. Kipper: „Die Katzen sterben nicht, sie verrecken elendig. Das kann man sich gar nicht vorstellen, zumal das nicht unter den Augen der Öffentlichkeit abläuft.“

Das Ordnungsamt sieht in einer Kastrations- und Registrierungspflicht jedoch „kein probates Mittel, einen nennenswerten Effekt hinsichtlich des Schutzes freilebender Katzen zu erzielen“. Zur Begründung heißt es unter anderem, dass es weder genug Personal noch genug Geld gebe, um eine solche Verordnung zu überwachen und durchzuführen. Der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zum beabsichtigten Erfolg.

Der USO-Ausschuss will erst nach der Sommerpause entscheiden, ob er der Verwaltung folgt oder nicht.

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