Streit um Bochumer Flüchtlingsunterkunft friedlich beigelegt

In dieser Bochumer Turnhalle lebten die 50 Flüchtlinge monatelang. Die Feuerwehr half am Freitag beim Umzug in die Kollegstraße.
In dieser Bochumer Turnhalle lebten die 50 Flüchtlinge monatelang. Die Feuerwehr half am Freitag beim Umzug in die Kollegstraße.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Nach elf Tagen ist der Streit um die Flüchtlingsunterkunft an der Querenburger Straße friedlich beigelegt worden. Die 50 Flüchtlinge sind umgezogen.

Bochum. Der Streit um die Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle der Hans-Böckler-Schule ist am Freitag friedlich beigelegt worden. Nachdem die Stadt den 50 Flüchtlingen Fristen gesetzt und damit den Druck deutlich erhöht hatte, sind alle Bewohner in die Leichtbauhallen an der Kollegstraße umgezogen.

Jedoch waren gestern zunächst nicht alle 50 Flüchtlinge dazu bereit. Acht Männer weigerten sich wie bisher, weil sie weiterhin sofort eine Wohnung mit Möglichkeit zur Selbstversorgung haben und nicht erneut in eine Massenunterkunft mit Catering wollten, wie es an der Kollegstraße der Fall ist. Erst am frühen Abend, nach weiteren Gesprächen mit der Stadt, folgten auch sie der Forderung umzuziehen.

Der Großteil der 50 Flüchtlinge wurde bereits am frühen Nachmittag mit einem Bus der Bogestra in die Leichtbauhallen in Querenburg gebracht.

Stadt spricht von einer "einvernehmlichen Lösung"

Stadtdirektor Michael Townsend sprach von einer „einvernehmlichen Lösung“: „Vernunft und Besonnenheit auf allen Seiten haben in dem Konflikt die Oberhand behalten. Das hat geholfen, eine anstehende Zwangsräumung der Halle zu vermeiden“. Weitere Zugeständnisse als die bisher gemachten seien den Flüchtlingen nicht eingeräumt worden.

Heißt: Die Stadt will nun dafür sorgen, dass die Flüchtlinge so schnell wie möglich in die neue Wohncontainer-Anlage an der Straße „Auf der Heide“ kommen können, wenn diese im August fertiggestellt ist. Je länger jemand in der Turnhalle gelebt hat, desto früher soll er in die Wohnanlage kommen. Dort ist auch eine Selbstversorgung möglich.

Über Details der Gespräche zwischen Stadt und Flüchtlingen wurde am Freitag nichts bekannt. Die Unterstützer der Flüchtlinge machten dazu keine Angaben, weil die Stadt angekündigt habe, dass sonst alle Absprachen hinfällig seien. Die Stadt bestätigte so ein Redeverbot aber nicht.

 
 

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