Stimmungen eines Sommerabends

Sven Bergmann
Sven Bergmann
Foto: Sven Bergmann

Bochum..  Stimmungen eines Sommerabends festzuhalten - das war ein scheinbar leichter Job für den Pianisten Sven Bergmann am Konzertflügel der Aula des Ottilie-Schoenewald-Kollegs.

Doch was bei ihm so leicht und locker ‘rüberkommt ist in Wirklichkeit gründliche durchdachte, harte Arbeit. Sein Solo-Programm mit Interpretationen von Jazz-Standards ging auf, weil Pianist Bergmann die Musik mit wenig Firlefanz auf den Punkt bringt, und den Zuhörer jederzeit „mitnimmt“.

In seiner kleinen Geschichte des Jazz interpretierte der Solopianist „Nardis“, das Miles Davis einst für seinen Pianisten Bill Evans komponierte hatte. In seiner versierten Spielweise brachte Bergmann das Stück mitreißend und mit einer gewissen unheimlichen Note. Zwischen Up-tempo-Nummern schimmerte ein wenig seine Tätigkeit als Barpianist durch - ganz schön lässig! Aber sogleich ist der wandelbare Pianist ein Romantiker: Sein „Fields of Gold“ (Sting) rührt in seiner lyrischer Schönheit fast zu Tränen.

Modaler Jazz hat es Bergmann ebenso angetan wie die ungeraden Taktarten eines Bill Evans - alles so geschickt verpackt, dass auch der geübte Jazzhörer zunächst auf der Suche ist und schließlich fündig wird: „Autumn Leaves“ klang hier endlich mal nicht abgedroschen.

Mit Virtuosität brachte er Monks „Lulu’s Back In Town“, und irgendwie zeigte er sich dabei auch als Botschafter dieser zeitlosen Musik. Dass die Geschichte des Jazz noch längst nicht zu Ende geschrieben ist, machte der Bergkamener mit einer Eigenkomposition deutlich.

 
 

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