Steinmeier erinnert an Sternstunden der SPD

Lisa Bischoff
Im Jahr des 150-jährigen Bestehens der SPD feierte der Unterbezirk Bochum das Jubiläum mit einem großen Familienfest in der Bochumer Innenstadt. Applaus für Frank Walter Steinmeier (am Rednerpult) von  Axel Schäfer, Serdar Yüksel, Thomas Eiskirch, Carna Gödecke, Gerd Bollmann, Dr. Ottilie Scholz, Michelle Müntefering und Dr. Peter Reinirkens.
Im Jahr des 150-jährigen Bestehens der SPD feierte der Unterbezirk Bochum das Jubiläum mit einem großen Familienfest in der Bochumer Innenstadt. Applaus für Frank Walter Steinmeier (am Rednerpult) von Axel Schäfer, Serdar Yüksel, Thomas Eiskirch, Carna Gödecke, Gerd Bollmann, Dr. Ottilie Scholz, Michelle Müntefering und Dr. Peter Reinirkens.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. „Die Grundwerte der SPD – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – sind heute so aktuell wie vor 150 Jahren. Ich bin stolz, Mitglied einer so traditionsreichen und aktiven Partei zu sein“, sagte Landtagspräsidentin Carina Gödecke am Samstag anlässlich des Festes zum 150. Geburtstag ihrer Partei.

Auf dem Dr.-Ruer-Platz feiern sich die Bochumer Sozialdemokraten. Während der Knappenverein das Steigerlied anstimmt, bildet sich auf dem Platz eine große Menschentraube. Mehrere Hundert Bochumer erwarten gespannt die Rede von Frank-Walter Steinmeier. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag gibt sich 90 Tage vor der Wahl bürgernah und kämpferisch. Er freue sich „in der Herzkammer der deutschen Sozialdemokratie“ zu sein. Nirgendwo sei das Parteileben lebendiger, nirgendwo sei die SPD so tief verwurzelt wie hier. „SPD und NRW gehören zusammen“.

90 Tage bis zur Bundestagswahl

Dann geht der SPD-Politiker auf die 150 Jahre alte Geschichte seiner Partei ein: „Die SPD ist und war nie perfekt. Aber wir haben immer auf der richtigen Seite der Geschichte gestanden. Wir haben in den 150 Jahren nie unseren Namen ändern müssen.“ Steinmeier erinnert sich an die „Sternstunden der deutschen Demokratie“, an Friedrich Eberts Mut und Kampfwille und an Otto Wels Rede aus dem Jahre 1933. Männer wie Brandt und Schmidt stünden dafür, dass die SPD sich nie gescheut habe, in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen. Es sei an der Zeit, dass die SPD wieder das Ruder übernehme.

Die SPD setze sich für einen Mindestlohn, eine Solidarrente und ordentliche Tariflöhne ein und fordere bessere Schulen und Betreuung. „Wir wollen raus aus der Opposition, wir wollen regieren. Dafür kämpfen wir in den nächsten 90 Tagen. Ein besseres Geburtstagsgeschenk als ein wirklich tolles Wahlergebnis können wir der SPD nicht machen.“ Großer Applaus auf dem Dr-Ruer-Platz.

Fotoshooting mit Willy-Brandt-Poster

Gabi Vogt hat die Rede verfolgt: „Das war sehr persönlich. So wie die Politiker da zusammen geschlossen auf der Bühne stehen, so zum Anpacken – das hat mir gut gefallen“.

Die SPD präsentiert sich auf ihrem Fest bürgernah, die einzelnen Ortsvereine und Stadtbezirke suchen den Dialog mit den Bochumern. Eine Ausstellung „150 Jahre SPD“ informiert über die historischen Meilensteine der Partei, ein SPD-Quiz fordert heraus, in der „Dialogbox“ wird diskutiert, in einem blauen Bauwagen können historische SPD-Filme geguckt werden, und wer mag, kann sich mit Willi Brandt-Poster fotografieren lassen.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt (Currywurst und Bier) und auch die Kinder kommen auf Hüpfburg und Karussell, beim Puppentheater „Ratz der Bär“, Dosen-Werfen, Malen und Kinderschminken voll auf ihre Kosten.