Startgeld für Bingo-Spiele in Bochum ist gegen das Gesetz

In Bochum veranstalten viele Gaststätten Bingo-Abende für junge Leute. Das kommt gut an. Bisher wurden von dem Startgeld die Sachpreise bezahlt.
In Bochum veranstalten viele Gaststätten Bingo-Abende für junge Leute. Das kommt gut an. Bisher wurden von dem Startgeld die Sachpreise bezahlt.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Viele Gaststätten in Bochum ziehen junge Gäste mit Bingo-Abenden an - darunter der "Hopfengarten". Mit dem 5-Euro-Startgeld werden die Preise bezahlt. Hierdurch entsteht jedoch ein Konflikt mit dem Gesetz. Ist der Bingo-Boom damit bald beendet?

Bochum. Ausgespielt? Gaststätten können zwar Bingo-Abende aufziehen. Ein Startgeld darf aber nicht erhoben werden, verlangt das Ordnungsamt.

Im März hatte die WAZ über den Bingo-Boom bei jungen Bochumern berichtet. U.a. im „Hopfengarten“ dreht sich die Trommel; bis zu 80 Mitspieler zücken die Stifte. Die Sachpreise (Wein, CDs, Fön, Gutscheine) werden mit dem 5-Euro-Startgeld bezahlt.

Ordnungsamt drohte mit Gefängnis

Kurz vor dem April-Bingo klingelte in dieser Woche das Telefon. „Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes forderte mich auf, das ,Glücksspiel’ einzustellen. Mir wurde sogar eine Gefängnisstrafe angedroht. Dabei gibt’s Bingo doch in jedem Altenheim“, ärgert sich Inhaber Mirko Wuttig.

„Wir mussten so handeln“, verweist Stadtsprecher Sprenger auf den Glücksspielstaatsvertrag NRW. Danach liegt ein Glücksspiel vor, „wenn (...) für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über einen Gewinn vom Zufall abhängt“. Beides sei im „Hopfengarten“ eindeutig der Fall.

Es gibt zwar einen Ausweg: Die Teilnahme am Bingo muss fortan kostenlos sein. „Aber wie soll ich dann die Preise finanzieren?“, rätselt Mirko Wuttig und hat einen Anwalt eingeschaltet. Ein Rechtsstreit bahnt sich an. Bingo!