Start des neuen Zafira nach Stellenabbau

Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hält Vollauslastung des Bochumer Werks für möglich, wenn der Chevrolet Orlando an diesem Standort produziert werden, zusammen mit dem Zafira. Foto: Sascha Schuermann/dapd
Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hält Vollauslastung des Bochumer Werks für möglich, wenn der Chevrolet Orlando an diesem Standort produziert werden, zusammen mit dem Zafira. Foto: Sascha Schuermann/dapd
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Während der Stellenabbau bei Opel Bochum zu Ende geht, werden letzte Vorbereitungen für den Anlauf des neuen Zafira getroffen. Außerdem hofft man darauf, als zweites Modell künftig den Chevrolet Orlando bauen zu können.

Bochum. Sollte Opel-Bochum den Zuschlag für den Bau des Chevrolet-Modells Orlando bekommen, könnte das Werk seine Kapazität von 240 000 Wagen pro Jahr voll auslasten und den Standort Bochum nachhaltig sichern. Das sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel der WAZ gegenüber.

Der Orlando, ein Siebensitzer, würde vorzüglich ins Montagewerk passen, weil dort, am 26. September, der neue Zafira, ebenfalls ein Siebensitzer, offiziell vom Band läuft. Bochum ist das einzige Zafira-Werk in Europa, erinnert Einenkel. Die Orlando-Produktion lasse sich hier besonders kostengünstig integrieren. Denn der Orlando könnte sich in Bochum passgenau in die Zafira-Fertigungslinie einfügen. In anderen europäischen Werken von Opel-Mutter General Motors, so der Betriebsratschef weiter, wären dagegen weit größere Investitionen nötig.

Chevrolet könnte bald in Europa gebaut werden

Einenkel zeigte sich erfreut darüber, dass GM-Konzernchef Dan Akerson - wie berichtet - offenbar konkrete Pläne verfolgt, den Chevrolet demnächst in Europa bauen zu lassen. Ob Bochum den Zuschlag bekommt, ist zwar noch offen, aber der Betriebsrat hatte den Wunsch durchaus nicht verheimlicht. „Schon vor über einem Jahr habe ich das zusammen mit Oliver Burkhard (IG Metall-Chef NRW) eingefordert.“ Die in Detroit laut gewordene Überlegung, die Chevy-Modelle Cruze und Orlando demnächst auch in Europa zu bauen, mache wirtschaftlichen Sinn. Einenkel verdeutlicht: „So sparen wir gewaltige Transportkosten. Die Koreaner und Japaner bauen ja auch hier in Deutschland Werke auf, um ihre Autos hier zu verkaufen.“ Wenn GM ähnlich verfahre, könnten hiesige Werke besser ausgelastet werden. Das sei ein zweiter gravierender Vorteil. Bochum könne es gut gebrauchen, zur Zeit werden 140 000 Autos im Jahr gebaut, aber man stecke eben mitten im Modellwechsel.

Während sich Opel auf den Start des neuen Zafira freut, droht nächste Woche ein ganz anderer Termin: Bis Montag, 15. August, können sich einige Opelaner noch entscheiden, ob sie per Abfindung ausscheiden oder zu Opel nach Rüsselsheim wechseln worden. 155 Mitarbeiter hatten deshalb Post von der Firma bekommen. 19 von ihnen hatten in den letzten Tagen einen Vertrag unterschrieben. Mehr als die Hälfte der Angeschriebenen arbeitet seit 15 bis 25 Jahren bei Opel Bochum. Dass ihnen möglicherweise die Kündigung droht, empört Einenkel: „Das ist unglaublich, dieser Unsinn.“ Man sehe ja, dass Opel Leute brauche: „Tausend Leiharbeiter arbeiten in Rüsselsheim und für Eisenach sucht man weitere 200.“

 
 

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