Stadtwerke Bochum schaffen "Atriumtalk" ab

Peer Steinbrück will das Honorar spenden, das er von den Stadtwerken Bochum erhalten hat.
Peer Steinbrück will das Honorar spenden, das er von den Stadtwerken Bochum erhalten hat.
In Bochum wird es keinen "Atriumtalk" mehr geben. Die Stadtwerke stellen die umstrittene Gesprächsreihe ein, nachdem es Ärger um das Honorar für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gegeben hatte. Dieser hat angekündigt, das Vortragshonorar der Stadtwerke Bochum spenden zu wollen.

Bochum. Die Stadtwerke Bochum stellen ihre umstrittene Vortragsreihe "Atriumtalk" ein. Das sagte die Aufsichtsratsvorsitzende, die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD), am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Gremiums. Personelle Veränderungen bei den Stadtwerken seien nicht geplant.

Das kommunale Unternehmen steht in der Kritik, weil es dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück für seine Teilnahme am "Atriumtalk" 25.000 Euro gezahlt hatte. Die Stadtwerke hatten am Sonntag einräumen müssen, dass Steinbrück anders als zuvor behauptet nicht darauf hingewiesen worden war, das Honorar für einen karitativen Zweck spenden zu sollen.

Steinbrück spendet Vortragshonorar

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will das umstrittene 25.000-Euro-Honorar für seinen Vortrag bei den Stadtwerken Bochum nun doch für gemeinnützige Einrichtungen spenden. Wie am Donnerstag aus SPD-Parteikreisen bestätigt wurde, bat Steinbrück die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, ihm drei Adressen von sozialen Einrichtungen zu nennen, an die er das Geld anteilig überweisen könne.

Steinbrück beharrt darauf - anders als zunächst von den Stadtwerken dargestellt - nicht gewusst zu haben, dass das Vortragshonorar gespendet werden sollte. Auch das kommunale Unternehmen hatte später eingeräumt, dass es keine diesbezüglichen Vereinbarungen mit dem Redner gegeben habe.

Steinbrück will Angelegenheit "gütlich" beenden

Wie die "Bild"-Zeitung vorab aus ihrer Freitagsausgabe berichtete, begründete Steinbrück seine Entscheidung, das Geld trotzdem zu spenden, damit, dass er anerkennen müsse, dass es in der Auseinandersetzung auch "eine andere Wahrnehmung als bei mir" gegeben habe. Daher wolle er nun ein Zeichen für ein "gütliches" Ende der Angelegenheit setzen, hieß es weiter.

Da Steinbrück das Honorar zunächst voll versteuert hatte, würde er laut "Bild" zunächst sogar rund 13.000 Euro aus eigener Tasche draufzahlen, wenn er die 25.000 Euro jetzt an gemeinnützige Einrichtungen überweist. Allerdings könnte er die Spende später unter Umständen wiederum steuermindernd geltend machen. (afp)