Stadtarchiv Bochum zeigt große Weltkrieg-Ausstellung

Jürgen Boebers-Süßmann
Aufbau der Ausstellung in den Räumen des Stadtarchivs an der Wittener Straße 47.
Aufbau der Ausstellung in den Räumen des Stadtarchivs an der Wittener Straße 47.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ-Fotopool
Das Zentrum für Stadtgeschichte in Bochum hat sein Herbstprogramm vorgelegt. Zentrales Thema ist die Erinnerung an DAS Ereignis vor 100 Jahren. „Zwischen Heimat und Front – Bochum im Ersten Weltkrieg“ heißt die umfangereiche Eigenproduktion, die am 24. August eröffnet wird.

Bochum. Als vor 100 Jahren der Weltkrieg „ausbrach“, ahnte niemand, dass er so lange dauern würde. Die Hoffnung auch der Soldaten aus Bochum, Weihnachten wieder zu Hause zu sein, erfüllte sich nicht. Der Krieg wurde nicht nur auf den Schlachtfeldern ausgetragen, sondern hatte auch die „Heimatfront“ fest im Griff. „Er erfasste alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche und entwickelte sich bald schon zum totalen Krieg“, weiß die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Ingrid Wölk, die die Ausstellung federführend vorbereitet hat.

Die Schau folgt den Spuren Bochumer Soldaten und zeigt darüber hinaus, wie auch im Ruhrgebiet alle Ressourcen in den Dienst des Krieges gestellt wurden. Zahlreiche Dokumente, Fotos und Gegenstände und Berichte von damals belegen dies. Auch die „andere“ Seite gerät mit in den Blick. Am Beispiel der belgischen Stadt Virton, wo unter Beteiligung Bochumer Soldaten im August 1914 eine erbitterte Schlacht geschlagen wurde, werden die Auswirkungen des Krieges auf die belgische Zivilbevölkerung beleuchtet.

Bochum im Bombenkrieg

Ebenfalls zu sehen sein werden die beiden „Krieger“, die 1935 am Stadtpark-Eingang aufgestellt und 1983 von Unbekannten abgesägt worden waren. Das Denkmal steht aktuell als Leihgabe in der Dokumentation „1914 - Mitten in Europa“ in der Kokerei Zollverein. Für die Eigenausstellung kommen die zentnerschweren Bronze-„Soldaten“ lange vor Ende der Essener Schau nach Bochum zurück.

Eine weitere Ausstellung, die vom Stadtarchiv produziert wird, ist die Fotodokumentation „Bochum im Bombenkrieg“, die an den schlimmsten Luftangriff auf unsere Stadt am 4. November 1944 erinnert; das Datum jährt sich zum 70. Mal. 1200 Tote, 2000 Verwundete und 70.000 Obdachlose wurde nach dem schrecklichen Bombardement gezählt, bei dem 60 Prozent der Innenstadt in Schutt und Asche fielen. Die Ausstellung wird eine Auswahl von Aufnahmen des zerstörten Bochums aus den Jahren 1943 bis 1945 zeigen und erläutern.

Verschiedene Vorträge und Vorstellungen des beliebten Archivkinos runden das Herbstprogramm im Stadtarchiv ab.