Stadt will Verkehrssituation auf Haarstraße „entschärfen“

Beliebter Schleichweg: die Haarstraße, hier vom Kreisverkehr aus fotografiert.
Beliebter Schleichweg: die Haarstraße, hier vom Kreisverkehr aus fotografiert.
Foto: Gernot Noelle
Der Verkehr auf der Haarstraße zwischen Königsallee und Surkenstraße, einem beliebten Schleichweg, nimmt zu, sagt die Verwaltung – und will handeln. Die Straße soll zunächst verkehrsberuhigt und später ausgebaut, vielleicht sogar verlegt werden. Die Politik zeigt sich von der Idee nicht überzeugt.

Bochum-Stiepel. Die Haarstraße zwischen Königsallee und Surkenstraße in Stiepel ist ein beliebter Schleichweg. Ratzfatz ist man von der „Kö“ am Kemnader See oder an der Uni – und umgekehrt. Bis zu 4000 Fahrzeuge fahren hier täglich her, hat die Verwaltung gezählt. Und wenn erst der Gesundheitscampus fertig ist, rechnet man mit noch mehr Verkehr. Für so viele Autos ist die Strecke aber laut Stadt nicht ausgelegt. Also will man handeln und die Haarstraße ausbauen, eventuell sogar verlegen. Die Bezirksvertretung Süd ist von diesem Vorhaben nicht überzeugt – und lehnte die Beschlussvorlage der Verwaltung bei zwei Gegenstimmen von FDP und AfD ab.

„Wir wünschen genaue Zahlen und eine Analyse aus diesem Bereich“, sagte Peter Borgmann (Grüne), stellvertretender Bezirksbürgermeister. „Und auch von den anderen Straßen, damit wir wissen, wo die Verkehre herkommen.“ Die Erläuterungen von Christoph Matten (Tiefbauamt) und Patricia Kraus (Stadtplanungsamt) waren ihm nicht ausreichend.

Den Planungen der Stadt zufolge soll die Haarstraße von der Gemeindestraße zur Kreisstraße aufgestuft werden. Voraussetzung dafür ist ein Ausbau der jetzigen Fahrbahn. Laut Verwaltungsvorlage ist auch eine Verlegung der Haarstraße denkbar. In einem ersten Schritt wird dafür eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, für die die Verwaltung von den Politikern gerne schon mal das Okay bekommen hätte. Doch nichts da.

Zusätzliches Problem: Eigentümer hat Pachtvertrag mit der Stadt gekündigt

Tätig werden muss die Stadt allein deswegen, weil ein Eigentümer – die Haarstraße gehört der Stadt nicht allein – den Pachtvertrag mit der Stadt gekündigt hat. Somit verringert sich die öffentliche Straßenbreite von 5,50 Meter auf dem betreffenden Stück auf 4,15 Meter. Zu knapp, als dass sich dort Lkw und Autos begegnen könnten.

Wichtig war es Christoph Matten zu betonen, dass man zunächst den heutigen Zustand der Haarstraße sichern und den Verkehr verlangsamen wolle. Denn: „Hier sollte man 30 fahren, nur tun es leider die wenigsten.“ Um die Autofahrer auszubremsen, ist laut Matten geplant, von Hausnummer 59 bis zur Surkenstraße für 7500 Euro vier Einengungen einzubauen, um die Verkehrssicherheit vor allem für Fußgänger zu garantieren. Baubeginn könnte Anfang 2015 sein.

Den Politikern wäre es noch lieber, wenn weniger Verkehr über die Haarstraße fließen würde. Monika Gärtner (Grüne): „Wir haben extra den Kreisverkehr gebaut, damit die Leute woanders herfahren. Jetzt sollten wir ihnen nicht für teuer Geld Schleichwege ausbauen.“

 
 

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