Bochum

Stadt Bochum wird am Tag 100.000 Mal von Hackern angegriffen - das sind die Hintergründe

Jeden Tag ist die Stadt Bochum mit 100.000 Hackerangriffen konfrontiert. Vor allen Dingen versuchen es Kriminelle mit Ransomware, also Verschlüsselungstrojanern. (Symbolbild)
Jeden Tag ist die Stadt Bochum mit 100.000 Hackerangriffen konfrontiert. Vor allen Dingen versuchen es Kriminelle mit Ransomware, also Verschlüsselungstrojanern. (Symbolbild)
Foto: imago/Reporters
  • Jeden Tag ist die Stadt Bochum mit 100.000 Hackerangriffen konfrontiert
  • Kriminelle versuchen es vorwiegend mit Verschlüsselungstrojanern
  • Die Stadt ist darauf vorbereitet

Bochum. Die Firewall der Stadt Bochum hat ziemlich viel zu tun. Etwa 100.000 Hacker-Angriffe verzeichnet die Stadt Bochum an einem einzigen Tag. Katrin Müller von der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt sagt dazu: „Das sind Bots, die Lücken in unserem System suchen. Allerdings werden sie direkt von der Firewall geblockt.“

Das Vorgehen der Angreifer: Größtenteils versuchen sie es mit sogenannter Ransomware. Das sind Schadprogramme, die auch als Verschlüsselungstrojaner bekannt sind. Ransom bedeutet aus dem Englischen übersetzt Lösegeld. Und genau so funktionieren diese Programme.

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Müller erklärt: „Es kann zum Beispiel sein, dass wir eine E-Mail bekommen, in der es heißt, dass wir eine Bestellung aufgegeben hätten. Darin ist dann ein Link untergebracht, den man anklicken soll. Würden wir dann auf diesen Link klicken, dann kann es sein, dass sich unbemerkt ein Trojaner installiert, der bestimmte Bereiche unseres Netzwerks verschlüsselt. Dann wird man aufgefordert, ein Lösegeld zu zahlen, damit diese Bereiche wieder freigegeben werden.“

Von derartigen Angriffen waren im vergangenen Jahr 2017 gleichzeitig ganze 99 Länder betroffen, Zehntausende Rechner auf diese Weise infiziert und verschlüsselt. Sogar Krankenhäuser waren so lahmgelegt worden. Anzeigetafeln der Deutschen Bahn zeigten plötzlich Meldungen der Erpresser, in denen auf die Verschlüsselung und (im Falle der Nichtzahlung des Lösegeldes) anschließende Zerstörung der betroffenen Daten hingewiesen wurde.

„Ein völlig neuer Wirtschaftszweig“

Wie Katrin Müller von der Stadt Bochum erklärt, ist das ein völlig neuer Wirtschaftszweig für Hacker geworden. Doch woher kommen diese Angriffe? „Woher die Verschlüsselungstrojaner kommen, wissen wir nicht. Denn sie verschleiern ihre Identität und damit auch das Herkunftsland.“

„Wir sind bis heute aber größtenteils von massiven Angriffen verschont geblieben. 2012 gab es einen größeren, den wir aber abwehren konnten.“ Dementsprechend seien dann Backupsysteme angepasst worden. „Wir machen jeden Tag ein Backup und würden diese Sicherung dann sofort wieder draufziehen, wenn es Probleme gäbe.“

 

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