Stadt Bochum schiebt Debatte übers Bauen an

Für das Gutachterbüro „empirica“ stellte Timo Heyn den Teilnehmern der Informationsveranstaltung die Ergebnisse der Analysen vor.
Für das Gutachterbüro „empirica“ stellte Timo Heyn den Teilnehmern der Informationsveranstaltung die Ergebnisse der Analysen vor.
Foto: dietmar wäsche
Verwaltung sucht das Gespräch mit den Bürgern. „Es ist wichtig, dass nicht nur Experten über das Thema sprechen“, sagt Stadtbaurat Bradtke. Zwei von drei Wohnungen in der Stadt sind veraltet.

Bochum..  Es ist eines der drängenden Themen dieser Tage: Wohnen und Wohnungsbau. Zu einer Diskussionsrunde „Handlungskonzept Wohnen“ lud Stadtbaurat Markus Bradtke zu einer Informationsveranstaltung für Bürger ein.

„Wohnen ist eines der elementarsten Bedürfnisse des Menschen und wir müssen wissen, wie es in den nächsten zehn bis 15 Jahren in Bochum weitergehen soll. Deshalb ist heute der Tag, an dem wir uns öffnen möchten. Wir sind an ihrem Blickwinkel interessiert und ich freue mich auf die Gespräche“, so Bradtke. Bisher gab es schon einige interne Besprechungen und Workshops zum Thema Wohnungswirtschaft mit Stadträten und Architekten. Deren Ergebnisse stellte das Gutachterbüro „empirica“ vor. Di-plom-Geograf Timo Heyn berichtete dabei vor allem von der geringen Bautätigkeit der vergangenen Jahre, weshalb es kaum modernen Wohnraum gebe. Zwei von drei Wohnungen in der Stadt seien vor 1970 erbaut und somit veraltet.

Das soll sich nun ändern. Im Rahmen der „Bochumer Stadtgespräche“ hatte es schon im Juni einen Austausch von Stadt und Bürgern gegeben, der nun fortgeführt werden sollte. „Es ist essenziell wichtig, dass nicht nur Experten zusammen kommen, um über dieses Thema zu sprechen. Der Rat wird im Endeffekt entscheiden, aber so können einige weitere Meinungen mit einbezogen werden“, betonte der Stadtbaurat.

Eigentümern könnte Geld fehlen

Einer der gespannten Zuhörer war Willi Henke. Er sagt: „Als Hausbesitzer interessiere ich mich natürlich sehr für das Thema. Ich bin voller Spannung, wie man Bochum wohnenswerter machen kann. Ein Problem ist sicher, dass viele Wohnungseigentümer nicht genügend Geld haben, um in ihre Häuser zu investieren.“

Auch Norbert Backhaus nahm an den Diskussionen teil und erläuterte ein weiteres Anliegen: „Bürger müssen teilweise unter einigen Einschränkungen der Stadt leiden. Ich selbst habe zum Beispiel ein Grundstück, auf dem ich gerne Wohnhäuser bauen würde. Bisher sind dort drei ungenutzte Tennisplätze und eine verwilderte Grünanlage. Das möchte ich gerne kultivieren, aber es dauert ewig, bis ein Bauantrag durchkommt. Im Zuge des jetzigen Wohnungsmangels hoffe ich hier auf neue Erkenntnisse.“

Beim folgenden sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Besucher verschiedene Informationsstände aufsuchen und sich im kleineren Rahmen austauschen etwa zu den Themen „Zielsetzung“, „Neubau“, „Bestand“ und „Quartiersentwicklung“. Vor allem für die Entwicklung interessierte sich auch Martina Foltys-Banning, Ratsmitglied und planungspolitische Sprecherin der Grünen, die vor Ort war, um zu hören, welche Bedürfnisse die Bürger wohl anmelden würden.

Barrierefreier Geschossbau

Sie ist überzeugt: „Vor allem ist es wichtig, den barrierefreien Geschosswohnbau in unserer Stadt voran zu treiben. Außerdem haben wir einen großen Mangel im sozialen Wohnungsbau. Es muss vieles ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen wir aber auch behutsam mit den Grünflächen umgehen“, so Folty-Banning.

 
 

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