Bochum

Stadt Bochum gibt Broschüre über Schutzmaßnahmen nach Atomreaktor-Unfällen heraus – das ist der Grund dafür

Das Kernkraftwerk Tihange 1, in dessen Fernzone sich die Stadt Bochum befindet.
Das Kernkraftwerk Tihange 1, in dessen Fernzone sich die Stadt Bochum befindet.
Foto: dpa

Bochum. Die Stadt Bochum hat aktuell eine Informationsbroschüre über Schutzmaßnahmen nach Atomreaktor-Unfällen veröffentlicht. Doch warum wird diese Broschüre eigentlich herausgegeben?

Katrin Müller von der Pressestelle der Stadt erklärt: „In der Broschüre geht es um Jodtabletten. Wir sind als Kommune verpflichtet, im Notfall Jodtabletten bereitzustellen für Schwangere, Kinder und Jugendliche. Und je nachdem wie der Wind steht, können wir unter Umständen von Reaktorunfällen, beispielsweise von Tihange betroffen sein. Deshalb haben wir die Broschüre herausgegeben.“

------------------------------------

• Mehr Themen:

Grausame Tat in Bochum: Obdachloser wird von hinten attackiert und lebendig begraben - Polizei erneuert Fahndungsaufruf

Großeinsatz in Herne: Polizei sucht Messerstecher in Röhlinghausen

• Top-News des Tages:

13 Trucks parken unter Brücke, um einen Suizid zu verhindern

Grausame Tat auf Mülheimer Friedhof: Asiatisch aussehender Mann mit fleckiger Haut missbraucht Mädchen (12)

-------------------------------------

In der belgischen Atomanlage Tihange 1 hatten Inspektoren zuletzt Tausende Risse in Druckbehältern des Reaktors entdeckt. Und obwohl die belgische Regierung ein spezielles Risiko in Verbindung mit ihren Atomkraftwerken ausgeschlossen hat, wurden dort unlängst 4,5 Millionen Packungen mit je zehn Jodtabletten bestellt. Auch eine Internetseite informiert dort seit Kurzem über atomare Risiken.

Bochum liegt in der sogenannten Fernzone kerntechnischer Anlagen. Also in einem Umkreis von mehr als 100 Kilometern. In dieser Zone werden Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren mit Jodtabletten versorgt.

Darum werden nach Reaktorunfällen Jodtabletten ausgegeben

Nach Reaktorunfällen werden Jodtabletten an die besagten Risikogruppen ausgegeben, weil bei Kindern und Jugendlichen während der Wachstumsphase die Schilddrüse noch sehr aktiv ist und viel Jod aufnimmt.

Bei Unfällen in Kernkraftwerken kann es sein, dass eine große Menge radioaktiven Jods freigesetzt wird, das dann verstärkt aufgenommen wird. Wenn Kinder also rechtzeitig gesundes Jod aufnehmen, wird die Aufnahme für radioaktives Jod blockiert.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen