Stadt bezahlt in diesem Jahr 37 Millionen Euro Zinsen

Mit knapp 1,75 Milliarden Euro ist Bochum verschuldet. Zinsen in Höhe von 37 Millionen Euro muss die Stadt in diesem Jahr dafür aufbringen.
Mit knapp 1,75 Milliarden Euro ist Bochum verschuldet. Zinsen in Höhe von 37 Millionen Euro muss die Stadt in diesem Jahr dafür aufbringen.
Foto: dpa
Die Kosten für Kredite sind nach drei Jahren erstmals wieder gestiegen. Ein Anstieg des Zinssatzes hätte zumindest kurzfristig keine negativen Folgen.

Bochum. Zum ersten Mal seit drei Jahren wieder zugenommen haben die Zinsaufwendungen der Stadt. 37 Millionen Euro kosten Bochum 2015 die aufgenommenen Kredite in Höhe von mittlerweile 1,78 Milliarden Euro. 2014 waren es zwei Millionen Euro weniger.

Trotz des enorm gestiegenen Schuldenstands sind die Zinslasten in den vergangenen Jahren insgesamt aber rückläufig. Musste die Stadt 2008 für seine damaligen Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 986,7 Millionen Euro noch Zinsen in Höhe von 53,9 Millionen Euro bezahlen, waren es 2014 bei einem Schuldenstand von bereits 1,7 Milliarden Euro lediglich 35 Millionen Euro Zinsen. Der stetig sinkende Zinssatz hat diese Entwicklung möglich gemacht.

Abbau von Schulden geplant

Kosteten Kommunalkredite, Gelder für langfristige Investitionen in die Infrastruktur wie Schulen, Kanalisation oder Straßen, 2008 noch 4,7 Prozent, beträgt der Zinssatz heute dafür nur noch 3,3 Prozent. Noch günstiger sind Kassenkredite geworden, mit denen Städte und Gemeinden kurzfristig ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und die den Überziehungskrediten im Privatbereich ähnlich sind. Der Zinssatz dafür sank von 4 Prozent (2009) auf 0,9 Prozent (2014). So sorgte auch der außergewöhnliche Anstieg der Kassenkredite um 22,5 Prozent von 672 auf 824 Millionen Euro in Bochum, landesweit mit Abstand der größte Zuwachs überhaupt, nicht für einen dramatischen Anstieg der Zinsaufwendungen.

Diesen befürchten Experten indes, sollte es nach der jahrelangen Niedringzinsphase zu deutlichen Zinsanstiegen kommen. Allerdings hat die Kämmerei vorgesorgt. Wesentliche Teile der Kredite seien mit den derzeit niedrigen Zinsen langfristig finanziert. Und: „Langfristig hat die Stadt Bochum in der Finanzplanung einen Anstieg der Zinsen eingeplant, so dass auch bei wieder steigenden Zinssätzen der Haushaltsausgleich nicht unmittelbar gefährdet wäre“, sagt Stephan Schotte von der Abteilung Finanzmanagement.

Derweil kündigt Kämmerer Dr. Manfred Busch an, dass es trotz der Mehrbelastungen durch die Flüchtlingsaufnahmen auf absehbare Zeit zum Abbau von Schulden kommen wird. Allerdings verzögere sich die Tilgung um ein Jahr. Sie werde nun 2019 beginnen.

 
 

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