Stadt befragt Eltern zur Gemeinschaftsschule

Die Stadt Bochum befragt jetzt Eltern zum Thema Gemeinschaftsschule. Foto: imago
Die Stadt Bochum befragt jetzt Eltern zum Thema Gemeinschaftsschule. Foto: imago

Bochum. Die Stadt Bochum verschickt ab Dienstag 6000 Briefe an die Eltern schulpflichtiger Kinder. Bis 12. November können sie anonym ihre Wünsche äußern, welche Schulform sie favorisieren und ob sie ihr Kind an einer Gemeinschaftsschule anmelden würden.

Mehr als 6000 Briefe verschickt die Stadt ab Dienstag, um die Meinung der Eltern aller Dritt- und Viertklässler zum Thema Gemeinschaftsschule kennen zu lernen. „Wir messen den Wünschen der Eltern eine sehr hohe Bedeutung zu“, so Schuldezernent Michael Townsend. Die Stadt befragt zudem die acht Real- und vier Hauptschulen, die von einer möglichen Zusammenlegung zu Gemeinschaftsschulen betroffen sein könnten.

Das ganze Verfahren stehe unter einem recht engen Zeitrahmen, denn die Stadt möchte, falls ein Bedarf ermittelt werde, zeitig in Düsseldorf vorstellig werden. Denn der von der Landesregierung angeregte Schulversuch bleibt auf landesweit 50 Gemeinschaftsschulen beschränkt.

In dem Schreiben, das übrigens auch in türkischer Sprache bestellt werden kann, sollen sich die Eltern anonym dazu äußern, welche Schulform – falls es keine Gemeinschaftsschule geben sollte – sie für ihr Kind favorisieren. Außerdem können sie ankreuzen, ob sie ihr Kind an einer Gemeinschaftsschule anmelden würde, wenn sie zum nächsten Schuljahr bereits aktiv wäre. Zudem können sie sich dazu äußern, ob sie eine Differenzierung nach Schulform von der 6. Klasse an oder das weitere gemeinsame Lernen wünschen.

Allein an Realschulen Überangebot von 1000 Plätzen

Der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Ulrich Wicking, machte deutlich, warum es auch für Bochum so wichtig sei, sich mit dem Thema zu befassen. Derzeit gibt es in der Stadt noch acht Realschulen und vier Hauptschulen, die Kinder aufnehmen können. Allein an den Realschulen gebe es ein Überangebot von 1000 Plätzen. Noch dramatischer sei die Situation an den Hauptschulen. Hier meldeten sich an damals noch sieben Hauptschulen zum vergangenen Schuljahr gerade einmal 110 Kinder an.

Wenn, wie von der Landesregierung geplant, zum nächsten Jahr auch der bindende Charakter der Empfehlung der Grundschule für die Schulform entfalle, wird ein noch stärkerer Trend zu den Gymnasien und Gesamtschulen in der Stadt erwartet.

Bis zum 12. November sollten die Eltern die Fragebögen wieder an der Grundschule abgeben. Wird ein Bedarf festgestellt, soll es zeitnah einen Ratsbeschluss geben. Bis zum Schuljahr 2011/12 könnten so bis zu zwei Gemeinschaftsschulen errichtet werden, vermutet die Stadt.

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