Spiralen der Unendlichkeit

Der koreanische Künstler Jaimun Kim. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Der koreanische Künstler Jaimun Kim. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.  Mit einführenden Worten von Ulrich Fernkorn eröffnet die Galerie Januar in Langendreer am Freitag, 7. Oktober, eine Ausstellung mit Werken von Jaimun Kim.

Der aus Südkorea stammende Künstler (Jahrgang 1962) kam nach dem Studium der Keramik an der Hongik Universität seiner Heimatstadt Seoul 1993 nach Deutschland, wo er seine Ausbildung an der Kunstakademie Münster in der Klasse des Bildhauers Joachim Bandau fortgesetzt hat. 1998 wurde er zu dessen Meisterschüler ernannt.

In der Galerie Januar sind Zeichnungen und Plastiken Kims zu sehen. Erde, Wasser, Feuer – der Künstlers beschäftigt sich mit der Natur, mit den Elementen und ihren gegenseitigen Beeinflussungen. Der Titel der Exposition – „Quelle“ – ist nicht von ungefähr gewählt. Tatsächlich plätschern im Ausstellungsraum auch künstlerisch verfremdete Klein-Springbrunnen, die den Austausch, oder, wenn man so will, die „Kommunikation“ zwischen den Elementen Wasser und Luft thematisieren.

Im oberen Ausstellungsraum ist die wohl augenfälligste Kim-Installation zu sehen, die 2009 entstandene mehrteilige Wandarbeit „Quelle“; eine quasi idealtypische Arbeit des Künstlers. Auf der weiten, weißen Wand sind runde, dunkle Tonteller montiert, die Kim auf der Scheibe gedreht hat, entsprechend haben alle Spiralmuster, die an Wasserwirbel erinnern oder an die konzentrischen Ringe, die entstehen, wenn man einen Stein in eine Pfütze wirft. Obwohl diese Ton-Objekte unterschiedliche Formen annehmen, so erscheinen sie stets als denkbar einfache, elementare Gebilde.

Zen-Gedanken

Und auf die natürlichen Ursprungselemente Erde, Feuer, Wasser und Luft beziehen sie sich denn auch. Schon durch den Brennprozess, der für die Entstehung von Ton notwendig ist. Ist diesen Gebilden, wie auch den Kleinskulputuren zum Thema „Architektur/Natur“ eine gewisse Erdenschwere inne, so sind Kims Federzeichnungen im Wortsinn federleicht gesetzt. Kim tupft nur wenige Zeichen und Formen aufs Papier, die sich allein aus sich selbst heraus zu erklären scheinen, und die doch auch gewisse Assoziationen zulassen, etwa den Gedanken an Blätter oder Gräser.

Zu sehen ist in der Galerie Januar eine minimalistische Kunst, die von der Ruhe spricht, die in ihr wohnt. Der fernöstliche Zen-Gedanke der Leere und des Augenblickserlebens ist bei der Betrachtung/Empfindung von Jaimun Kims nur vordergründig „armen“ Kunst mit Händen zu greifen.

 
 

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