Spielwütige treffen auf Star-Autor

Ensemble von „Spiel des Lebens“ Foto: Diana Küster
Ensemble von „Spiel des Lebens“ Foto: Diana Küster
Bochum.Die Inszenierung „Spiel des Lebens“, die am Freitag, 16. März, in den Kammerspielen Premiere feiert, dreht sich um Schauspielschüler und das Theater allgemein. Der Text stammt von Erfolgsdramatiker Lutz Hübner.

„Die Spielwütigen“ - so hieß eine sehr erfolgreiche Film-Dokumentation über Schauspielschüler: ihre Ängste, ihre Hoffnungen, ihre Ziele. „Spiel des Lebens“ ist der Titel eines ähnliche Aspekte bearbeitenden Projekts, das am Freitag in den Kammerspielen Uraufführung feiern soll.

Ein Erlebnis für alle

Im Fokus: Schauspielschüler, biografische Aspekte und grundsätzliche Fragen an das Theater. An Macher, genauso wie ans Publikum. Regisseurin Martina von Boxen, Autor Lutz Hübner und die zehn Studenten des dritten Jahrgangs „Schauspiel“ der Folkwang Universität der Künste haben gemeinsam einen Abend über das Theater entwickelt.

Am Ende stehe nun „ein Erlebnis für alle, die sich für Theater interessieren“, so van Boxen; man könne erleben, wie es hinter den Kulissen entstehe. Und Lutz Hübner, der Dramatiker, nennt das Stück „eine Meditation über das Geschichtenerzählen“.

Erster ganz großer Auftritt

Zur Vorgeschichte: üblicherweise wird für die Schauspielschüler des dritten Jahrgangs ein Stück aus dem Kanon ausgewählt, das möglichst allen, oder zumindest vielen, die Gelegenheit gibt, ihre Fähigkeiten beim ersten ganz großen Auftritt auf der Bochumer Theaterbühne zu zeigen. Diesmal konnte mit Lutz Hübner ein echter Star-Dramatiker gewonnen werden, ein Stück zu entwickeln.

Der 1964 in Heilbronn geborene Autor gehört seit vielen Jahren zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschen Bühnen. Anfang der 2000er Jahre rangierte er etwa hinter Shakespeare und Goethe auf Rang drei der Aufführungshitliste. Erst Ende letzter Woche wurde bekannt, dass er auch 2012 wieder mit einem Stoff zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen ist. Allerdings diesmal mit einem Jugendstück für das Berliner Grips-Theater.

Workshops fördern Material zutage

Hübner begegnete den Schauspielern, die zu diesem Zeitpunkt schon gut drei Jahre miteinander gelernt haben, zunächst bei drei Workshops, bei denen es darum ging, Assoziationen zu sammeln. In Spielszenen und Improvisationen etwa. Das daraus gewonnen „Material“ wurde dann weiterentwickelt.

Erfolgsautor Hübner sieht das entstandene Stück nicht als reines Drama über die ganz spezielle Situation von Schauspielschülern: „Es geht darum, dass sie einen Schutzraum verlassen. Den Schritt ins Leben machen. Das ist durchaus übertragbar auf viele Mit-Zwanziger heute“. Gleichwohl weist Martina van Boxen auf die Besonderheit des Berufes hin „Schauspieler haben etwas Besonders, eine Art Aura. Und es ist ein Knochenjob, der auch mit Ackern zu tun hat“. Beide, Autor und Regisseurin, wissen, wovon sie reden. Auch sie begannen ihre Karrieren als ausgebildete Schauspieler.

Textliche Qualität

In der Aufführung, treffe dann, so formuliert es der Dramaturg Sascha Kölzow, „die textliche Qualität eines erstrangigen Autors“ auf eine Show aus dem „prallen Theaterleben“. Versprochen wird Gesang, Tanz, Show und sogar Fechtszenen (choreographiert vom Fecht-Papst Klaus Figge).

Darüber ticke dann, sogar für alle sichtbar, erbarmungslos eine Uhr rückwärts. Die zeigt an, wie lange Schauspieler und Zuschauer gemeinsam im Theater verbringen. Am Ende sind vielleicht ein paar Fragen beantwortet: Was ist ein guter Theaterabend? Die perfekte Show?

 
 

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