Bochum

SPD-Parteitag - Bochumer Parteimitglied: „Das Ruhrgebiet sagt 'nein' zur GroKo“

Kühnert kämpft

Der Juso-Chef stemmt sich gegen eine neue große Koalition und geht auf Werbetour. Damit gerät die SPD weiter unter Druck. Die CSU erinnert daran, dass das Sondierungspapier nicht mehr verändert werde. Nun muss der SPD-Parteitag entscheiden. Für Ma...

Der Juso-Chef stemmt sich gegen eine neue große Koalition und geht auf Werbetour. Damit gerät die SPD weiter unter Druck. Die CSU erinnert daran, dass das Sondierungspapier nicht mehr verändert werde. Nun muss der SPD-Parteitag entscheiden. Für Ma...

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Bochum. Weiter mit Merkel regieren oder doch lieber die Opposition anführen? Diese Frage stellen sich die Mitglieder der SPD seit Wochen. Am Sonntag stimmt ein SPD-Parteitag in Bonn darüber ab, ob die Partei die Koalitionsverhandlungen auf Grundlage des Sondierungspapiers aufnehmen soll.

Gegen eine erneute große Koalition regt sich auch Widerstand innerhalb der Partei. Genau wie Juso-Chef Kevin Kühnert lehnt auch der stellvertretende Vorsitzende des SPD Ortsvereins Höntrop-Süd, Tim Radzanowski, eine Neuauflage der GroKo ab. Was steckt dahinter?

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Warum lehnen Sie die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen ab?

Tim Radzanowski: „Die Frage ist doch vor allem, warum ich sie jetzt ablehne. Wären die Mitglieder direkt nach der Wahl gefragt worden, wie man mit den knapp 20 Prozent der Stimmen umgeht und ob man sich eine neuerliche Koalition vorstellen könne, würden wir uns jetzt nicht über Inhalte streiten.“

Das heißt, Sie sind mit dem Sondierungsergebnis unzufrieden?

Radzanowski: „Absolut. Wenn ich mir das Sondierungspapier anschaue, erkenne ich unsere Werte nicht wieder. Da sehe ich mehr ein Schwarz-Gelbes Sondierungsergebnis abgebildet als eines mit klaren Punkten der SPD. Das hat nicht viel mit sozialdemokratischer Politik zu tun. Wenn seitens der CDU/CSU eine Nachbesserung abgelehnt wird, dann ist man sich der Verantwortung nicht bewusst, wir sind keine Platzhalter um eine Regierung bilden zu können. Die Wähler fragen sich doch nicht ganz zu Unrecht, was uns noch von der CDU unterscheidet. Die letzte Wahl hat eindeutig gezeigt, dass die Menschen die GroKo nicht mehr wollen.“

Welchen Weg sollte die SPD stattdessen gehen?

Radzanowski: „Was wir jetzt brauchen, sind Erneuerungsprozesse. Wenn die GroKo kommt, verlieren wir wieder vier Jahre. Stattdessen müssen wir vor allem den Arbeitnehmern wieder beweisen, dass wir zu ihnen gehören. Wir müssen es sein, die an der Seite der Arbeitnehmer stehen, wenn Arbeitskämpfe ,wie jetzt bei Thyssen-Krupp, anstehen. Das gelingt nur, wenn wir unser Profil aus der Opposition heraus schärfen und wieder die Stimme des kleinen Mannes und der Mittelschicht werden.“

Ist das die Haltung der gesamten Ruhrgebiets-SPD?

Radzanowski: „Wir hatten zuletzt kontroverse Diskussionen beim Treffen der Bochumer SPD. Letztlich haben wir den Delegierten nahegelegt, am Sonntag gegen die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen zu stimmen. Wie ich von vielen Kollegen aus anderen Ortsverbänden gehört habe, ist der Tenor überall gleich: Das Ruhrgebiet sagt 'nein' zur GroKo“.

 
 

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