Sonne lässt die Säge kreisen

Valentin Scheltow (Stadtwerke, l.), Bernward Dickerhoff und Ilja Ljevar (Entec Solar) setzen auf Sonne.
Valentin Scheltow (Stadtwerke, l.), Bernward Dickerhoff und Ilja Ljevar (Entec Solar) setzen auf Sonne.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Die Werkstätten Dickerhoff produzieren ihren Strom jetzt selbst mit einer gepachteten Solaranlage. Auch sonst setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit.

Altenbochum.. Es kommt der Tag, da will die Säge sägen. In den Werkstätten Dickerhoff braucht es dazu aber jede Menge Strom. Und genau den produziert die Firma an der Altenbochumer Straße nun selbst.

Denn seit einigen Wochen least das Unternehmen eine Photovoltaikanlage von den Stadtwerken, die auf dem betriebseigenen Dach montiert ist und erneuerbaren Strom erzeugt. „Für mich ist das ein weiterer Meilenstein innerhalb der Möglichkeiten, etwas für die Umwelt zu tun“, betont Inhaber Bernward Dickerhoff (53).

Umwelt stets im Blick

Schon kurz nach der Gesellenzeit im Schwarzwald habe er erste Maßnahmen für den Umweltschutz im Familienbetrieb in Altenbochum ergriffen. Das war und ist ihm ein wichtiges Anliegen. Ein ökologischer Schritt sei zunächst etwa die Verminderung von Formaldehyd in der Produktion von Holzwerkstoffen gewesen, dann sei die Umstellung auf eine eigene Heizungsanlage erfolgt. Auch die Lösungsmittelemission habe der Unternehmer im Blick. Der vierte und bislang letzte Schritt auf dem Weg zu einem möglichst umweltfreundlichen Betrieb war nun die Strom-Umstellung.

Dickerhoff hat die Anlage mit insgesamt 72 Solarmodulen von den Stadtwerken Bochum im Rahmen eines „Solar Pakets“ gepachtet. „Damit können unsere Kunden ihren eigenen Solarstrom produzieren, den sie zum Großteil selbst verbrauchen. So senken sie dauerhaft ihre Stromkosten und schonen gleichzeitig die Umwelt“, schildert Frank Thiel, Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft der Stadtwerke. Das Angebot besteht seit Juli 2015, insgesamt 40 Pakete seien bis dato stadtweit an den Verbraucher gebracht worden; zumeist jedoch an Privatleute. Der Vorteil: Die Kunden, so wie Bernward Dickerhoff, tragen keine Investitionskosten. „Wesentliche technische Risiken werden den Kunden durch dieses Contracting-Modell außerdem abgenommen“, betont Thiel.

Stromeinsparung von 30 - 40 Prozent

Der von den Kunden nicht selbst genutzte Solarstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist und nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vergütet. Den Spitzenwert erreichte Dickerhoffs Anlage bislang am Samstag vor Ostern: Bei bestem Wetter wurden durchschnittlich 45,22 kWh produziert.

Die Werkstätten betreiben damit die Maschinen und laden die Elektroautos auf. Insgesamt sollte die Anlage zu einer Stromeinsparung von 30 Prozent im Winter und 40 Prozent im Sommer führen. „Aber das sind Prognosen. Wie viel wir am Ende wirklich sparen, wird sich erst zeigen“, sagt Dickerhoff, der den Betrieb in vierter Generation leitet – und mit seinen Maßnahmen für den Umweltschutz an die Zukunft denkt.

 
 

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