Seniorin wird ohne eigenen Fehler zur Schwarzfahrerin

Julia Demming
Die Bogestra empfiehlt, das Verfallstdatum der Fahrkarte zu überprüfen.
Die Bogestra empfiehlt, das Verfallstdatum der Fahrkarte zu überprüfen.
Foto: Archiv/Sebastian Konopka/Funke Foto Services
Ohne eigenen Fehler ist eine 82-Jährige in Bochum als Schwarzfahrerin zu einem Bußgeld verdonnert worden. Die Seniorin hatte seit Jahren ein Ticket 2000, dessen Verlängerung sie stets bezahlte. Dennoch nahm ihr der Kontrolleur das Ticket ab. Sie war zu lange Kundin, wie sich nun herausstellte.

Bochum. Mit dem Ticket 2000 der Bogestra ist Christa K. "seit Jahr und Tag" in Bochum unterwegs. Die Kosten für die Verlängerung des Tickets werden stets automatisch von ihrem Konto abgebucht, weshalb sie sich bisher keine Sorgen machte, dass sie einmal ohne gültiges Ticket in Bus oder Bahn einsteigen würde. Vergangene Woche wurde K. (vollständiger Name der Redaktion bekannt) bei einer Kontrolle in der Straßenbahnlinie 318 jedoch vorgeworfen, ihr Ticket sei abgelaufen. Der Kundenbetreuer stellte der 82-Jährigen einen Bußgeldschein aus und nahm ihr Ticket an sich. Sie sollte 40 Euro Strafe zahlen, wegen Schwarzfahrens.

K. ging davon aus, dass es sich um einen Irrtum handeln musste, erklärte sich beim Kundencenter der Bogestra und erhielt kostenlos ein neues Ticket. Der Pressesprecher der Bogestra, Christoph Kollmann, erklärt die Sachlage: "Das Problem war nicht die Bezahlung, sondern die physische Haltbarkeit des Tickets." In der linken unteren Ecke des Tickets ist eine Zahlenkombination vermerkt, die auf den Monat und das Jahr fünf Jahre nach der Ausstellung des Tickets hinweist.

Eigentlich hätte sie ein neues Ticket bekommen sollen

Bei Christa K. stand "07/13" - im Juli 2013 lief das Ticket ab. Kollmann: "Eigentlich schicken wir rechtzeitig vor Ablauf der Frist ein neues Ticket per Post an unsere Kunden." Im Fall von Frau K. hatte sie dieses aber wohl nicht erreicht. "Es tut uns Leid, wenn sich Frau K. nicht gut behandelt fühlte", sagt Kollmann. Die Bogestra wünsche sich, dass ihre Kunden nicht in diese Situation kämen.

Nutzer des Tickets 2000 oder von Firmentickets wolle er darauf aufmerksam machen, mit im Blick zu behalten, wann ihr Ticket die Gültigkeit verliert. Dann könne man auch rechtzeitig auf Probleme beim Versand reagieren. Das alte Ticket solle der Besitzer einem Kundenbetreuer der Bogestra aushändigen oder per Post an das Verkehrsunternehmen zurückschicken.