Senioren trainieren für ein Forscherteam

Irene Allerborn

Altenbochum.  Körperlich und geistig fit bleiben möchte jeder. Ob jung oder alt: Für viele gilt das Motto „Die Gesundheit steht an erster Stelle“. Damit das auch im fortgeschrittenen Alter so bleibt, arbeitet ein Forscherteam an der Hochschule für Gesundheit an einem Trainingsprogramm für ältere Menschen.

Unter dem Titel „Quartier agil – aktiv vor Ort“ wollen die Wissenschaftler ein Konzept entwickeln, das Menschen im Alter zu mehr körperlicher und geistiger Aktivität anregt.

Das Besondere daran ist, dass das Training in ihrem Wohnumfeld praktiziert werden soll. Das Projekt läuft im Pilotquartier Altenbochum an. „Unser Programm ist speziell auf das Viertel und unsere Teilnehmer zugeschnitten“, sagt Sascha Sommer, einer der drei Professoren, die das Projekt voranbringen möchten. Die teilnehmenden Älteren sollen das Programm inhaltlich mitbestimmen.

„Das Training basiert auf drei Arten von Übungen. Wir wollen uns einmal wöchentlich mit unseren Teilnehmern treffen und etwas im Quartier unternehmen. Zusätzlich soll die Gruppe selbstständig Aktivitäten planen und durchführen können. Anschließend gibt es Aufgaben, die die Teilnehmer allein zuhause machen können“, sagt Christian Thiel, Sommers Kollege.

Einen etwas ungewöhnlichen Ansatz verfolgen die Forscher bei den häuslichen Übungen: Mit Smartphones und eigens für das Forschungsprojekt konzipierten Apps sollen die Probanden wissenschaftlich fundierte Übungen durchführen, die ihre geistigen Fähigkeiten auf Trab halten. Das könnten dann Sudoku, Buchstabensalat oder andere Arten von Kniffeleien sein. „Selbstverständlich helfen wir unseren Teilnehmenden im Vorfeld, sich mit den Telefonen zurechtzufinden“, sagt Sommer.

„Wir wollen etwas richtig Positives in Altenbochum schaffen“, sagt die Forschergruppe um Sommer, Thiel und Christian Grüneberg. Nach der Praxisphase soll Anfang 2018 ein Modell für andere Städte entwickelt werden, das das Training auf andere Kommunen anwenden lässt. Für das Projekt werden 25 Freiwillige gesucht, zehn hätten sich schon gemeldet. Neugierige können sich bei Anke Osterhoff und Liane Günther melden, die die Interessierten betreuen: Tel. 0234/777 27-609.