Seilbahnschutzbrücke über A40 wird abgerissen

Bochum.. Die marode Seilbahnschutzbrücke über der A 40 wird abgebrochen. Ehemals wurde dort Kohle transportiert. Die Autobahn wird dafür von Freitag, 15., 22 Uhr, bis Montag, 18. Oktober, 5 Uhr, zwischen Stahlhausen und Hamme gesperrt.

Georg Timmerkamp kann sich noch erinnern an die Zeit, als die Tragseil-Schwebebahn über der A 40 in Betrieb war. Jetzt ist der Ingenieur vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen zuständig für den Abriss der „Seilbahnschutzbrücke“.

Der Abbruch ist der Grund, warum die A 40 zwischen Stahlhausen und Hamme an diesem Wochenende gesperrt werden muss. Richtung Dortmund komplett; in Gegenrichtung wird der Verkehr innerhalb der Baustelle über die Darpestraße umgeleitet.

Die Abrissarbeiten beginnen bereits in der Nacht auf Samstag. Die Brückenbauer errichten dazu ein Traggerüst, um die 65 Meter lange Stahlbrücke in mehrere Teile zerschneiden. Diese werden dann auf der gesperrten Autobahn abgelegt und dort weiter zerkleinert. „Die Brücke war baufällig, eine Reparatur hätte sich nicht mehr gelohnt“, erklärt dazu Georg Timmerkamp.

Die Brücke hat eine bewegte Vergangenheit: Ehemals transportierte die Seilbahn der Zeche Carolinenglück I Kohle zum Bochumer Verein. 1912 wurde zur direkten Verbindung der Kokerei der Zeche Carolinenglück mit den Hochöfen eine Tragseil-Schwebebahn gebaut, die bis zum Zeitpunkt der Stilllegung der Kokerei und der Hochöfen, betrieben wurde. Die Seilbahn querte den in den 1960er Jahren ausgebauten Ruhrschnellweg (die heutige A 40) über die Schutzbrücke. Diese war errichtet worden zum Schutz des Straßenverkehrs vor herunterfallenden Koksstücken oder Transportgefäßen mit untergehängtem Fußgängersteg. Die Zeche wurde 1964 stillgelegt.

Die Brücke war zuletzt als Radwegeverbindung genutzt worden, doch für Ersatz ist bereits gesorgt auf der Erzbahnbrücke. Hinzu kommt eine Abfahrtsrampe zur Darpestraße.

Das Wochenende (die Sperrung ist vorgesehen bis Montag früh 5 Uhr) sieht einen straffen Zeitplan vor. Bis Samstagvormittags soll die Brücke bereits abgebrochen sein, zu diesem Zeitpunkt beginnt dann laut Timmerkamp das Zerstückeln der Stahlkonstruktion auf den Fahrbahnen. Parallel dazu wird ein Mauerwerk an der Ausfahrt Bochum-Hamme entfernt, später eine Verblendschale eingefügt. Dort soll später eine Lärmschutzwand errichtet werden. „Es wird viel Personal in mehreren Kolonnen vor Ort sein, dazu zwei große Kräne, einige Bagger, die die Wände an der Dorstener Straße entfernen, Radlader und jede Menge Lkw“, so Timmerkamp. Auf der A 40 wird ein Sandpflaster gelegt, damit die Fahrbahnen nicht beschädigt werden.

 
 

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