Security-Service sorgt jetzt in Bochums Freibädern für Ordnung

Christina Heße
Andernorts hat sich der Sicherheitsdienst schon etabliert. Jetzt sorgt er auch in Bochum für Ordnung.
Andernorts hat sich der Sicherheitsdienst schon etabliert. Jetzt sorgt er auch in Bochum für Ordnung.
Foto: WP
Die Stadt Bochum setzt bei Bedarf einen Sicherheitsdienst in Schwimmbädern ein, um andere Gäste, aber in erster Linie das Personal zu schützen. Nach Angaben von Stadtsprecherin Tanja Wißing wird das Badpersonal wütenden Gästen nicht mehr Herr.

Bochum. Früher hatten wir Kinder Angst vor dem Bademeister – heute scheint es in manchen Fällen umgekehrt zu sein. Die Stadt setzt seit einigen Tagen bei Bedarf einen Sicherheitsdienst in Schwimmbädern ein, um andere Gäste, aber in erster Linie das Personal zu schützen. Nach Angaben von Stadtsprecherin Tanja Wißing wird das Badpersonal wütenden Gästen nicht mehr Herr, wenn Freibäder unplanmäßig oder an den wechselnden Schließungstagen zu bleiben müssen.

Wißing fasst zusammen: „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr alles schönreden müssen.“ Auslöser für den Einsatz des Sicherheitsdienstes auf Abruf war unter anderem der 20. Juli, an dem im Höntroper Bad eine Zuleitung geplatzt war und die Anlage deshalb geschlossen bleiben musste. „Die Gäste haben die Mitarbeiter wüst beschimpft, ihnen Gewalt angedroht und wollten über die Zäune steigen“, sagt Wißing. In einem anderen Fall hatten Randalierer nachts das Kassenhäuschen des Werner Freibades geflutet. Hier hätten die Badegäste ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt. Doch auch planmäßig bleiben von Montag bis Mittwoch Bäder in der Stadt geschlossen – Sparmaßnahmen. Das stoße bei vielen Besuchern auf Unverständnis.

Security kommt, wenn es kriselt

„Unsere Kassierer sind das schwächste Glied in der Kette und müssen geschützt werden“, so Wißing. Den Sicherheitsdienst gebe es schon seit Jahren. Bisher kam er aber nur abends zum Einsatz, holte das Geld ab und drehte bei Betriebsende eine Runde durch das Bad. Neu ist, dass er jetzt auch tagsüber kommt, wenn es kriselt.

Detlef Grabowski, Leiter des Südbades, hat das neue Angebot noch nicht in Anspruch genommen. Er findet aber: „Die Gäste benehmen sich schlechter.“ Beispielsweise würden ausländische Jugendliche seine Mitarbeiterinnen oft nicht ernst nehmen. „Manchmal kommt es auch zu einer richtigen Rudelbildung und man denkt: Das könnte gleich knallen.“ Jetzt könne er den Sicherheitsdienst rufen – Entschärfung durch Präsenz im Bedarfsfall.

Auch Erwachsene sind ungeduldig

Gerade wenn es tagelang heiß ist, seien aber auch die Erwachsenen ungeduldiger und würden sich bei einer langen Schlange an der Kasse schnell ungeduldig gebärden.

Wißing: „Ich wundere mich manchmal wirklich über die Kinderstube mancher Menschen. Mittlerweile müssen wir schon Durchsagen machen, dass das Konsumieren von Drogen im Freibad selbstverständlich verboten ist.“