Schwarzer wirft Security am Bochumer Prater Rassismus vor

Hendrik Büchten vom Prater wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe. Hinter manchem Eintrag bei Facebook vermutet er schlicht Erpressung.
Hendrik Büchten vom Prater wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe. Hinter manchem Eintrag bei Facebook vermutet er schlicht Erpressung.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Nach der Bundespolizei am Bochumer Hauptbahnhof sieht sich jetzt auch der Sicherheitsdienst des Prater Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Ein Disco-Besucher behauptet, dass sein Freund nicht eingelassen wurde, weil er Schwarzer ist. Ein Sprecher des Praters wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.

Bochum.. Nicht nur die Bundespolizei am Bochumer Hauptbahnhof muss sich aktuell vorwerfen lassen, Menschen mit schwarzer Hautfarbe zu diskriminieren, sondern auch der Sicherheitsdienst der Mega-Disco Prater. WAZ-Leser Julian Zenz jedenfalls behauptet, dass sein Freund Henry zu Silvester nicht eingelassen wurde, weil er Schwarzer ist.

Offiziell habe es zwar geheißen, Henry könne nicht in den Prater, da er dem Sicherheitsdienst nicht bekannt sei, gleichwohl aber sei ein anderer seiner Begleiter, der auch noch nie in der Disco gewesen war, problemlos eingelassen worden. An der Kleidung Henrys könne es auch nicht gelegen haben, sagt Zenz: „Henry war wohl am passendsten für diesen Anlass gekleidet. Er trug eine ordentliche schwarze Stoffhose, dazu ein Hemd und einen schicken Blazer.“

Weil Zenz und seine Freunde wenig später beobachtet haben wollen, wie ein weiterer Dunkelhäutiger mit seiner Freundin abgewiesen wurde, schlussfolgern sie, „dass es hier um Rassismus“ geht. „Wir fragen uns, wie das im Jahr 2013/14 in Deutschland noch möglich ist.“

Sprecher des Praters weist Vorwürfe zurück

Hendrik Büchten, Sprecher des Prater, weist die Vorwürfe zurück: „Ich kann Ihnen versichern, dass eine solche Entscheidung nichts mit der Hautfarbe zu tun hat. Wir haben Spaß an Vielfältigkeit im Prater und sind selbst auch vielfältig.“ Laut Büchten arbeiten in der Disco, die bis zu 3000 Gäste aufnehmen kann, Menschen aus vielen Nationen. „Bei uns arbeiten auch Schwarze – und bei uns tanzen Schwarze.“

Wer nicht in die Disco komme, sei entweder falsch gekleidet, angetrunken, auffällig aggressiv oder habe gar bereits ein Hausverbot. „Die Sicherheit unserer Gäste hat oberste Priorität“, sagt Büchten – und erläutert den Dresscode: „Zeige uns mit deiner Kleidung, dass du eine tolle Nacht bei uns verbringen möchtest.“

Wie kommt es dann, dass es auch auf der Facebook-Seite des Praters zahlreiche Einträge gibt, die den Türstehern – allerdings meist sehr pauschal und in miserablem Deutsch – „Rassismus“ und „Unfreundlichkeit“ vorwerfen? „Ich checke die Seite selbst,“ sagt Büchten, „aber wir können uns einfach nicht dagegen wehren. Es gibt eine Spezies, die uns mit diesen Einträgen erpressen will.“ Immer wieder komme es halt vor, dass sich Gäste, die gut begründet ein Hausverbot haben, „nette Mädels“ schnappten und mit ihnen im Schlepptau versuchten, Zutritt zur Disco zu erhalten. Klappe dies nicht, dienten die Sozialen Medien als Ventil. Büchten: „Was sollen wir dagegen machen?“

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