Schutz vor Mobbing - Projekt soll richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken zeigen

Eine 14-jährige Schülerin sitzt (2011) vor dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Krankenhaus in Marsberg. Hier wurde das junge Mädchen, nachdem es im Internet gegen Mitschülerinnen gemobbt hatte mehrere wochen betreut.
Eine 14-jährige Schülerin sitzt (2011) vor dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Krankenhaus in Marsberg. Hier wurde das junge Mädchen, nachdem es im Internet gegen Mitschülerinnen gemobbt hatte mehrere wochen betreut.
Foto: WAZ FotoPool
Mobbing ist ein wachsendes Problem. Der falsche und zu offenherzige Umgang vieler Jugendlicher mit sozialen Netzwerken ist ein Grund für die stetige Zunahme. Ein neues Projekt vom Kinderschutzbund und der Knappschaft soll jetzt entgegenwirken. „Firewall Live“ heißt es und soll 300 Kinder an fünf Schulen in NRW, darunter die Willy-Brandt- und die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Bochum auf das Leben im und mit dem Netz vorbereiten.

Bochum.. Ein neues Projekt gegen das Mobbing über das Internet haben der Kinderschutzbund und die Knappschaft jetzt gestartet. „Firewall Live“ heißt es und möchte Kindern und Jugendlichen einen sicheren Umgang insbesondere mit sogenannten sozialen Netzwerken ermöglichen.

Insgesamt profitieren davon 300 Kinder an fünf Schulen in NRW, darunter die Willy-Brandt- und die Heinrich-Böll-Gesamtschule.Knappschaftsgeschäftsführerin Bettina am Orde sagte: „Wir möchten diese Netze nicht verteufeln. Aber viele Kinder und Jugendliche gehen immer noch sehr leichtsinnig mit ihren persönlichen Daten um.“ Ob das Projekt jedoch auch nach der Pilotphase weitergeführt werden könne, stehe noch nicht fest.

Mobbingfälle nehmen zu

Für den Kinderschutzbund betonte Dr. Anja Berger, dass dies ein Präventionsprojekt sei. An zwei Tagen gehen Medienpädagogen in die Klassen und zudem findet ein Elternabend statt. Dies alles vor dem Hintergrund, dass aktuelle Studien belegen, dass ein steigender Anteil von jugendlichen Nutzern (12 Prozent), etwa keine Probleme damit hat, selbst intimste persönliche Details ins Netz zu stellen. 14,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, gelegentlich Opfer von Mobbingvorfällen geworden zu sein. Sogar 16 Prozent räumten ein, gelegentlich bis mehrfach im Monat andere damit zu behelligen.

Wie es Aussehen kann, wenn Mädchen und Jungen Opfer solcher Attacken im Internet werden, weiß Sozialpädagogin Helga Behrenbeck-Beckedahl. Seit vielen Jahren betreut sie Schülerinnen an der Erich-Kästner-Gesamtschule. „Da werden Schüler beschimpft, ausgegrenzt, peinliche Bilder ins Netz gesetzt oder unwahre Behauptungen verbreitet“, nennt sie Beispiele aus ihrer alltäglichen Arbeit.

Dialog zwischen Eltern und Kindern fördern

In den letzten fünf Jahren und alarmierend in den letzten zwei bis drei Jahren sieht sie sich an ihrer Schule mit diesen Problemen konfrontiert. „Das geht soweit, dass Eltern kommen und Strafanzeige stellen, weil ihr Kind von einem anderen gemobbt worden ist.“ Sie ist als Anti-Mobbing-Trainerin ausgebildet, an einer Schule, die vorbildlich mit diesem Thema umgeht. In den Klassen werden Unterstützergruppen gebildet, das heißt, interessierte Schüler und Schülerinnen lernen, was sie tun können, dass etwa das „Kopf in den Sand stecken“ also teilnahmslos zusehen, wenn es einem Mitschüler schlecht geht, schon schlimmes Mobbing sein kann. Die Erfahrungen seien sehr gut, so die Sozialpädagogin.

Mehr zum Thema Der Kinderschutzbund berichtet, dass die Schulen sehr unterschiedlich mit diesem Thema umgehen. Das jetzt gestartete Projekt soll zudem den Dialog zwischen Kindern und Eltern fördern, denn der sei oft komplett abgebrochen.

 
 

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