Schüler machen an der Ruhr-Uni Werbung für das Fach Chemie

Chemie, ein Fach das Spaß macht. Alex Sietmann (l., 17) und Niklas Hölter (15) experimentieren im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität. Auch sie haben an der Chemie-Olympiade teilgenommen.
Chemie, ein Fach das Spaß macht. Alex Sietmann (l., 17) und Niklas Hölter (15) experimentieren im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität. Auch sie haben an der Chemie-Olympiade teilgenommen.
Foto: FUNKE Foto Services
Teilnehmer an der Internationalen Chemie-Olympiade sind im Alfried-Krupp-Schülerlabor in Bochum zu Gast. Sie kommen aus ganz NRW.

Bochum. Der Eintritt in die Welt der Chemie ist nur mit Schutzbrille und Kittel erlaubt. Hier wird mit gefährlichen Materialien gearbeitet. Bunsenbrenner brennen leise vor sich hin. Das Geräusch ist im Gesprächsgemurmel der 28 jungen Menschen im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Uni nicht zu hören. Sie sind mit Spaß bei der Sache, dürfen, sollen im Chemielabor eigenständig Kunststoffe herstellen, deren Abbaufähigkeit im Körper simulieren und lernen später am Tag noch in einem Crashkurs von Medizinstudenten das Vernähen von Wunden mit diesen Kunststoffen.

Es ist eine Belohnungsveranstaltung für diese Schülerinnen und Schüler, die aus ganz NRW angereist sind. Sie haben wie 260 andere Schüler an der Internationalen Chemie-Olympiade teilgenommen, es dann zwar wie 120 andere in Runde zwei, aber nicht in die dritte Runde geschafft. „Das schaffen nur die besten acht“, sagt Birgit Vieler, NRW-Landesbeauftragte für die Chemie-Olympiade. „Wir wollen die am Fach Chemie interessierten Schüler aber alle weiter bei der Stange halten. In den ersten Runden wird theoretisch gearbeitet. Im Schülerlabor steht die Praxis, das Ausprobieren im Vordergrund. Wenn sie Spaß haben, werden sie zu Multiplikatoren. So soll es sein.“

Dass das so ist, sieht man bei Niklas Hölter (15) aus Arnsberg und Alexander Sietmann (17) aus Dülmen. Routiniert nutzen sie Bunsenbrenner, Pipette und Glasstab, entspannt gehen sie mit den für den Versuch nötigen, als „gefährlich“ eingestuften Chemikalien um. Hölter ist das beste Beispiel dafür, wie packend das Fach Chemie sein kann – wenn es gut vermittelt wird. „Bis vor eineinhalb Jahren stand ich vier in Chemie. Dann habe ich einen anderen Lehrer bekommen. Der hat mich für das Fach begeistert.“ So sehr, dass er sich vorstellen kann, etwas in Richtung Chemie zu studieren. „Auf jeden Fall wähle ich jetzt Chemie als Leistungskurs. Das Tolle an der Chemie ist, dass man sie überall findet. Mit Chemie kann man vieles erklären.“ Findet auch Alexander Sietmann. Er beginnt demnächst ein Studium. „Wohl in Münster, vielleicht Biochemie.“

Klare Vorstellungen haben auch Anna-Lena Schulz und Julia Schulte (beide 18, beide aus Neuss) sowie Thurid Heise (16, Bielefeld). Schulz und Schulte haben gerade das Abitur gemacht. Deshalb haben sie jetzt gerade viel Zeit und freuen sich über die Abwechslung im Schülerlabor. Julia Schulte möchte Medizin studieren, „gerne in Aachen“; Anna-Lena Schulz „am liebsten angewandte Mathematik in Düsseldorf“; Thurid Heise tatsächlich Chemie.

Auch sie widerlegen die These, dass naturwissenschaftliche Fächer überwiegend von Jungs gemocht werden. „Interessant ist“, sagt Vieler, „dass der Anteil von Mädchen und Jungs in der ersten Runde der Olympiade gleich ist. Später verschiebt sich das, dann sind die Jungen in der Überzahl. Das liegt vor allem daran, dass viele Mädchen sich mehr auf ihr Abitur konzentrieren, da zielgerichteter sind.“

 
 

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