Schüler-Gruppe aus Bochum findet Pferdefleisch im Döner

Markus Rensinghoff
Projektgruppe Pferdefleisch: Nele Riecks, Victoria Bokemeyer, Lea Tollrian (v.l.) und Florian Kothe-Marxmeier.
Projektgruppe Pferdefleisch: Nele Riecks, Victoria Bokemeyer, Lea Tollrian (v.l.) und Florian Kothe-Marxmeier.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Gerade ein Jahr ist der Pferdefleisch-Skandal her. Seitdem ist es still um das Thema geworden. Doch Schüler des Bochumer Schiller-Gymnasiums finden es nach wie vor aktuell. Bei ihrem Projekt haben sie nach Pferdefleisch im Döner geforscht und zeigen: Das Thema hat nicht an Aktualität verloren.

Bochum. Pferdefleisch im Döner war vor einem Jahr in aller Munde. Dass es immer noch ein Thema ist, fand eine Schüler-Gruppe des Schiller-Gymnasiums heraus. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, „Verbraucher vor Betrug in der Lebensmittelindustrie zu schützen“. Die Schüler beschäftigte sich mit der Identifizierung von Lebensmittelskandalen und konnten im Rahmen ihrer Projektarbeit die Frage „Ist Pferdefleisch im Döner?“ erneut mit „Ja“ beantworten. Sie fanden in drei zufällig ausgewählten Dönern Rind und Lamm, aber auch Pferd.

„Unser Ansatz war aber nicht, erneut einen Skandal aufzudecken“, sagt dazu Dr. Florian Schaller, Biologie-Lehrer und Projektleiter. „Wir wollten vielmehr den Schülern eine molekularbiologische Methode aufzuzeigen, mit der man Fleischsorten nachweisen kann.“

Stichprobenartig in zufällig ausgewählten Döner-Buden

Drei Döner hatte er stichprobenartig in zufällig ausgewählten Döner-Buden gekauft. „Einer war aus Bochum, einer aus Witten, einer aus Dortmund. Aus Dortmund habe ich zum Beispiel auch Pferdefleisch mitgebracht, dort gibt es eine Rossschlachterei. Wir brauchten Vergleichsmaterial. Die Proben haben wir anonymisiert. Wir wussten dann nicht, wo welcher Döner herkam.“

Was drin war schon: Für einen war nur Rind verarbeitet worden, im zweiten fand sich Rind und Lamm – was ebenso erlaubt ist. Der dritte bestand aus Rind und Pferd. Er kann aus Bochum kommen, oder aus Witten, oder aus Dortmund. Das lässt sich im Nachgang nicht feststellen.

Regelmäßig unter hygienischen Gesichtspunkten kontrolliert

Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass Imbissbetriebe regelmäßig unter hygienischen Gesichtspunkten kontrolliert würden. „Sollten konkrete Verdachtsmomente oder Anhaltspunkte auf Unregelmäßigkeiten bei Dönerspießen bekannt werden“, sagt Stadtsprecher Oliver Trappe, „würden wir diese auch untersuchen lassen“.

In Bochum gibt es drei Betriebe, die Döner herstellen. 2013 hat die Stadt dort vier Proben genommen. Alle ohne Beanstandung.