Bochum

Schlimme Ferienzeit: Ausgesetzte Hunde am Straßenrand - wenn du das machst, hilfst du ihnen am meisten

Alexander Keßel
Jedes Jahr werden tausende Haustiere am Straßenrand ausgesetzt. (Archivbild)
Jedes Jahr werden tausende Haustiere am Straßenrand ausgesetzt. (Archivbild)
Foto: Dieter Roosen / dpa, Montage: DER WESTEN
  • In den Sommermonaten werden jährlich etwa 70.000 Haustiere ausgesetzt
  • Häufig binden verantwortungslose Halter ihre Tiere einfach irgendwo am Straßenrand an
  • So einfach kannst du den Tieren helfen

Bochum. Ferienzeit in NRW: Während sich viele Familien auf den wohlverdienten Urlaub in der Ferne freuen, ereilt viele Haustiere ein trauriges Schicksal. Tausende Tierhalter empfinden ihre Vierbeiner in den Sommermonaten als Klotz am Bein, insbesondere Hunde und Katzen.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden allein in der Sommerferienzeit durchschnittlich rund 70.000 Tiere ausgesetzt. Auf das Jahr verteilt müssen die Tierheime rund 300.000 Tiere aufnehmen.

Häufig werden Vierbeiner einfach an einem Baum oder einer Leitplanke festgebunden, müssen in der prallen Sonne stehen und verdursten qualvoll am Straßenrand. Um das zu verhindern, hat Sabine Srock aus dem Bochumer Tierheim drei grundlegende Tipps für dich.

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1. Wähle die 110

Wenn du ein ausgesetztes Tier findest, kannst du dich beim örtlichen Tierschutzverein melden. „Doch insbesondere auf Reisen weiß man nicht immer, wo das nächste Tierheim ist. Wir sind zum Beispiel noch für die Stadt Hattingen zuständig aber nicht für das angrenzende Witten“, berichtet Srock.

Deshalb rät die Hundepflegerin aus dem Bochumer Tierheim, im Zweifel lieber die Polizei anzurufen. Denn die Beamten wissen, welche Einrichtung sich um das Fundtier kümmern kann.

2. Biete dem Tier einen Schluck Wasser an

Bevor ein ausgesetztes Tier entdeckt wird, vergehen oft Stunden. Um nicht erwischt zu werden, binden Halter ihre Vierbeiner gern mitten in der Nacht an.

Im Tagesverlauf werden die Tiere dann der prallen Hitze ausgesetzt. „Am besten hilfst du ihnen dann, wenn du sie mit Wasser versorgst“, so Srock.

3. Leiste dem Tier Gesellschaft

Die ausgesetzten Tiere befinden sich in einer enormen Stress-Situation. Niemand erwartet von dir, dass du einen Hund eigenhändig zum Tierheim bringst, „weil auch der liebste Hund unter Angst nicht einzuschätzen ist“, meint die Tierpflegerin.

Wenn du dich allerdings sicher fühlst, kannst du dich dem Tier langsam nähern und versuchen, sein Vertrauen zu gewinnen. „Wenn es zeitlich passt, wäre es zumindest wünschenswert, wenn man bei dem Alleingelassenen bleibt, bis die Polizei eintrifft.“

Darum sind Hunde und Katzen in den Sommermonaten am meisten gefährdet

Für Haustiere gelten selbst in vielen Urlaubsorten in der EU besondere Einreisebestimmungen für Hunde. Bei Flugzeugreisen wird es besonders kompliziert. Viele Halter sind unsicher, ob ihr Haustier fliegen kann. Manche Airlines nehmen überhaupt keine Tiere mit.

Weil die Halter sich nicht (rechtzeitig) um eine alternative Ferien-Unterkunft für ihre Vierbeiner kümmern, entscheiden sich einige von ihnen für die schlechteste Variante.

Ordnungswidrigkeit wird mit Bußgeld bis zu 25.000 Euro bestraft

Das Aussetzen eines Tieres ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Um die Zahl der ausgesetzten oder im Tierheim abgegeben Tiere während der Urlaubszeit zu reduzieren hat der Deutsche Tierschutzbund die Urlaubsaktion „Nimmst du mein Tier, nehm` ich dein Tier“ ins Leben gerufen.

Hier können sich Tierhalter gegenseitig bei der vorübergehenden Betreuung ihrer Haustiere helfen. Mehr Informationen zur Aktion gibt's hier.