Schlecker-Frauen haben Hoffnung

Von Julia Demming
Kehrte in ihren alten Job als Floristin zurück: Die ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin  Michaela Wenk an ihrem neuen Arbeitsplatz, einem Blumengeschäft in Oer-Erkenschwick
Kehrte in ihren alten Job als Floristin zurück: Die ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin Michaela Wenk an ihrem neuen Arbeitsplatz, einem Blumengeschäft in Oer-Erkenschwick
Foto: WAZ

Bochum. Mit der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker gab es für die ehemaligen Beschäftigten genügend schlechte Nachrichten. Doch nach dem anfänglichen Schock scheint es nun bergauf zu gehen. Sieben Monate nach der ersten Entlassungswelle sieht sich die Agentur für Arbeit in Bochum auf einem guten Weg, die 100 Mitarbeiterinnen, die in Bochum und Herne ihre Beschäftigung verloren, in neue Verdienstmöglichkeiten zu vermitteln.

In einem Pressegespräch stellten sich gestern zwei der Frauen vor, die inzwischen eine neue Beschäftigung angetreten haben. Tina Zikidis, 35, hatte sieben Jahre lang bei Schlecker gearbeitet. Als sie ihren Job verlor, nahm sie die Unterstützung der Agentur für Arbeit in Anspruch, die Anfang des Jahres bereits ein spezielles Team zur Vermittlung ehemaliger Schlecker-Mitarbeiterinnen eingerichtet hatte. Seit Anfang der Woche arbeitet sie im Rahmen einer Vollzeit-Anstellung bei einem niederländischen Kosmetikunternehmen in Mülheim. Sie hat die Perspektive, verschiedene Fortbildungen zu durchlaufen und in dem Unternehmen Filialleiterin zu werden. „Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können“, bekräftigte die junge Frau.

Neben ihr saß Michaela Wenk, auch sie war bei Schlecker angestellt, rund 16 Jahre lang. Durch Schulungen und die Beratung der Arbeitsagentur hat die 49-Jährige einen neuen Job gefunden. „In meinem alten Beruf, als Floristin“, berichtete die Bochumerin zufrieden.

Agentur für Arbeit setzt sich besonders für Schlecker-Frauen ein

Die beiden Frauen sind zwei von 28 ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen im Bezirk Bochum-Herne, die – meist im Bereich des Einzelhandels - erfolgreich vermittelt werden konnten. Für die weiterhin 61 Arbeitssuchenden ermöglicht das Spezialteam der Agentur für Arbeit bis zum Ende des Jahres eine besonders intensive Betreuung. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Arbeitnehmern und Arbeitgebern“, erklärte Arbeitsvermittlerin Heike Peplinski. Sie bietet gemeinsam mit der Teamleiterin Vanessa Völkmann wöchentliche Treffen für die Kundinnen an, in denen die bisherige Entwicklung und weitere Maßnahmen besprochen werden.

„Dabei legen wir den Fokus nicht auf schnelle, sondern dauerhafte, langfristige Arbeit“, betonte Thomas Keyen, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Viele der noch nicht vermittelten Frauen befinden sich derzeit in Weiterbildungsmaßnahmen oder absolvieren Praktika, um sich zusätzlich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.