Schauspieler Hardy Krüger will seinen „Steiger“ zurückgeben

Jürgen Stahl
Die Bochumer Landtagspräsidentin Carina Gödeke hielt im September die Laudatio auf Hardy Krüger. Nach einem Streit um Reisekosten will der Schauspieler den „Steiger Award“ fürs Lebenswerk nun zurückgeben.
Die Bochumer Landtagspräsidentin Carina Gödeke hielt im September die Laudatio auf Hardy Krüger. Nach einem Streit um Reisekosten will der Schauspieler den „Steiger Award“ fürs Lebenswerk nun zurückgeben.
Foto: Kai Kitschenberg / Funke Foto Services
Krüger macht 17.000 Euro Reisekosten geltend. Sein Manager sagt, dass Veranstalter Sascha Hellen das Geld nicht überwiesen hat. Hellen widerspricht.

Bochum. Eklat um den Steiger Award: Schauspieler Hardy Krüger kündigt an, den Preis zurückzugeben. Grund: Veranstalter Sascha Hellen habe trotz mehrfacher Mahnung seine Reisekosten von 17 000 Euro nicht beglichen. Sascha Hellen widerspricht: „Das Geld ist überwiesen.“

Ende September hatte der Gerther Medienberater seine Glaskugeln in der Zeche Hansemann in Dortmund verliehen. Preisträger waren u.a. die Verlegerin Friede Springer, Sängerin Nena, Starfotograf Peter Lindbergh – und Schauspiel-Legende Hardy Krüger, der für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Hardy Krüger flog für 16.000 Euro in der Business-Klasse

Um den „Ruhrgebiets-Oscar“ entgegenzunehmen, reiste der 87-Jährige mit seiner Frau aus Kalifornien an, wo das Ehepaar lebt. „Herr Hellen hat uns zuvor ausdrücklich schriftlich versichert, die Kosten für die Flüge Los Angeles-Hamburg-Los Angeles in der Business Class in Höhe von 16.000 Euro zu übernehmen“, berichtet der Manager von Hardy Krüger, Wolfgang Weber (Köln). Die entsprechende E-Mail liegt der Redaktion vor. Daraufhin hätten die Krügers zugesagt, zur Preisverleihung nach Deutschland zu kommen, und seien per Kreditkarte in Vorleistung getreten. „Hier entstanden noch weitere 1000 Euro Reisekosten“, so Wolfgang Weber.

Wiederholt habe er in den letzten zwei Monaten die Zahlung der 17.000 Euro erbeten, zuletzt mit mehreren Fristsetzungen „deutlich eingefordert“. „Herr Hellen hat uns erklärt, die Überweisung ausgeführt zu haben oder dies unverzüglich zu tun. Doch es ist nie etwas geschehen. Bis Donnerstagabend ist kein Geld eingegangen“, so der Manager.

Auf Anfrage der Redaktion versicherte Sascha Hellen am Freitag, die Summe am Donnerstag überwiesen zu haben. „Der Beleg liegt selbstverständlich vor.“ Derzeit sei er auf Reisen. Den Verzug erklärt er mit länger ausstehenden Sponsorengeldern. „Inzwischen ist aber alles geregelt.“

Letzte Frist bis kommenden Montag

Dem mag Wolfgang Weber kaum mehr Glauben schenken. „So läuft das nicht. Wenn alles in Ordnung wäre, hätte uns Herr Hellen ja einen Beleg zuschicken können. Hardy Krüger und seine Frau sind stinksauer!“ Sollte bis Montag kein Zahlungseingang erfolgt sein, werde man „den Rechtsweg bemühen“.

Auf seine Auszeichnung legt der Kino- und Fernsehstar offenbar schon jetzt keinen Wert mehr. Manager Weber: „Ich habe den Steiger Award in meinem Büro stehen. Hardy Krüger möchte ihn aufgrund der Vorkommnisse nicht behalten und an Herrn Hellen zurückgeben.“

Mit dem Steiger Award sollen Tugenden wie Geradlinigkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Toleranz gewürdigt werden. Bis zur Atrium-Honoraraffäre der Stadtwerke 2012 fand die Preisverleihung jährlich in der Jahrhunderthalle statt.