Schauspieler gibt am Prinz-Regent-Theater ein armes Hühnchen

Sven Westernströer
Ich wollt’, ich wär kein Huhn: Als Schauspieler hat es Jonas Gruber nicht leicht.
Ich wollt’, ich wär kein Huhn: Als Schauspieler hat es Jonas Gruber nicht leicht.
Foto: Lin Lambert
Jonas Gruber zeigt Soloabend „Toi toi buh“. Darin spielt er sich selbst und kokettiert herzlich mit Schein und Sein. Premiere: Mittwoch, 25. März.

Bochum. Ein Schauspieler spielt ein Huhn – und gerät in eine schwere Sinnkrise: Das ist die Ausgangslage von „Toi toi buh“, mit dem Jonas Gruber auf der schmalen Grenze zwischen Kabarett und klassischem Theater tänzeln will. Das könnte richtig lustig werden! Geschrieben hat er sein Solo selbst. Nach der Premiere am Mittwoch, 25. März, im Prinz-Regent-Theater geht er damit auf Gastspielreise.

Worum geht’s?

Jonas Gruber spielt sich selbst, einen Schauspieler, der im Kindertheater vor einem Haufen lauter Schüler ein Huhn spielen muss, das sogar fliegen kann. Doch bei der Vorstellung geht etwas schief: Es kommt zu einem Unfall, bei dem Jonas im Huhn-Kostüm böse auf der Nase landet. Alle Kinder im Saal lachen ihn aus. Schwer gekränkt sperrt sich Jonas in den Katakomben des Theaters ein und zieht schwer vom Leder. Er berichtet von all dem Frust, der sich in letzter Zeit in seiner zarten Künstlerseele angestaut hat. „So kann es nicht weiter gehen. Die ganze Zeit immer nur Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Das ist doch kein Leben!“

Doch während der Schauspieler bockig ist, hat das Theater für ihn Ersatz gefunden. TV-Kommissar Dietmar Bär steht bereit. Ausgerechnet Bär! Grubers Erzfeind! Der Schauspieler schäumt . . .

Wie kam es zu dem Stück?

Seit drei Jahren verfolgt Gruber den Plan, ein eigenes Soloprogramm auf die Beine zu stellen. „Als Schauspieler ist man ja schnell dabei, sich unheimlich wichtig zu nehmen“, sagt er. „Mit diesem Klischee wollte ich spielen.“ Dass er selber mit seinem Namen auf der Bühne steht, mache natürlich den Reiz aus. „Der Zuschauer soll sich die Frage stellen, was an der Geschichte eigentlich wahr und was frei erfunden ist“, meint er. Der Einsatz von Dietmar Bär ist nicht erfunden. Sein Part wird vom Band eingespielt. Auch die Stimme der Kabarettistin Maike Kühl ist zu hören: Grubers Ehefrau ist am Düsseldorfer Kom(m)ödchen engagiert.

Gibt es Vorbilder?

Jonas Gruber verrät, die britische Comedyserie „Extras“ mit Ricky Gervais zu mögen. Darin versucht ein verzweifelter Schauspieler in jeder Folge, eine Rolle in einem Film zu ergattern. Auch „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind oder „Die Eröffnung“ von Peter Turrini spielen mit ähnlichen Themen.

Lohnt sich das?

Bestimmt! Wer Jonas Gruber auf der Bühne erlebt hat, der weiß, dass der 38-Jährige ein wandelbarer und charmanter Schauspieler ist. Als Schweizer bringt er zudem eine höfliche Art mit, was den Abend von üblicher Proll-Comedy unterscheiden dürfte.

Premiere am 25. März, 20 Uhr. Wieder am 18. April. Karten 15, erm. 8 Euro: Tel. 0234 / 77 11 17.