Schauspiel Bochum - Spielzeit-Eröffnung mit Tschechows „Onkel Wanja“

Jürgen Boebers-Süßmann
Das neue Spielzeit-Magazin ist da: (v.li.) Olaf Kröck (geschaftsführender Dramaturg), Brigitte Käding  (Verwaltungsleiterin).)Intendant Anselm Weber , Keke Schmidt (Dramaturgin), Sabine Reich (geschäftsführende Dramaturgin)
Das neue Spielzeit-Magazin ist da: (v.li.) Olaf Kröck (geschaftsführender Dramaturg), Brigitte Käding (Verwaltungsleiterin).)Intendant Anselm Weber , Keke Schmidt (Dramaturgin), Sabine Reich (geschäftsführende Dramaturgin)
Foto: WAZ
Anselm Weber, Intendant des Bochumer Schauspielhauses, hat das Programm für die Spielzeit 2014/15 vorgestellt. Eröffnet wird die Saison mit Tschechows „Onkel Wanja“. Zehn neue Regisseure geben sich in der kommenden Spielzeit die Ehre. Erfreulich: Die aktuelle Auslastung liegt bei 77 Prozent.

Bochum. Intendant Anselm Weber hat das Programm seiner fünften Bochumer Spielzeit vorgestellt, die am 20. September mit Anton Tschechows „Onkel Wanja“, Regie Stephan Kimming, eröffnet werden wird.

Geplant sind in der Saison 2014/15 22 Neuproduktionen mit insgesamt vier Uraufführungen u.a. von Reto Finger und Christoph Nußbaumeder.

Neben Anselm Weber, Roger Vontobel, Eric de Vroedt und Heike M. Götze werden erstmals Stephan Kimmig, Barbara Bürk, Daniela Löffner, Alexander Riemenschneider, Lukas Langhoff, Christian Brey und Neco Çelik am Schauspielhaus inszenieren. Als Austauschproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart wird David Bösch Einrichtung „Zerbombt“ von Sarah Kane gezeigt, in der Maja Beckmann nach Bochum zurückkehrt.

Verbindung von Kunst, Kultur und Bildung

Der Intendant nutzte die Vorschau auf das Kommende auch als Rückblick auf das Geleistete: „Wir haben das Theater in der Stadt verankert und darüber hinaus durch Kooperationen z.B. mit der Ruhr-Uni, aber auch mit dem Detroit-Projekt in die Stadt hineingewirkt“, stellt er selbstbewusst fest. Und: „Als ich hier anfing (2010), gab es diese enge Verbindung von Kunst, Kultur und Bildung in Bochum noch nicht.“ Das Schauspielhaus stünde nun „auf gesunden Füßen - anders als die Theater in Düsseldorf und Wien“, meinte Weber in Anspielung auf die Riesendefizite und Personalquerelen in den genannten großen Theaterstädten.

30 Akteure umfasst das Ensemble

Das Bochumer Ensemble umfasst im kommenden Spieljahr einen Stamm von 30 Schauspieler/innen sowie 50 Gäste, zu denen u.a. Dietmar Bär, Mechthild Großmann, Hedi Kriegeskotte, Peter Lohmeyer, Nina Petri, Jana Schulz und Werner Wölbern gehören. U.a. stehen Hauptmanns „Einsame Menschen“, Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“, Shakespeares „Viel Lärm um nichts“, Arthur Millers Klassiker „Hexenjagd“ und eine Bühnen-Adaption des Remarque-Romans „Im Westen nichts Neues“ auf dem Spielplan.

75 % Auslastung

Die laufende Saison hatte bis Ende April rund 150 000 Besucher, was einer Auslastung von 77 % entspreche, so der Intendant. Zu den Publikumsrennern gehören das unterhaltsame „Bochum“-Singspiel, aber auch anspruchsvolle Inszenierungen wie die Fünf-Stunden-Aufführung „Die Nibelungen“. Das Schauspielhaus, so Weber, sei nicht nur in der Stadt und im Ruhrgebiet gefragt. Im laufenden Spieljahr wurden 44 Gastspiele absolviert, „wobei wir längst nicht allen Anfragen nachkommen konnten“.