Ruhrtal-Radweg in Bochum-Stiepel soll attraktiver werden

Felix Kannengießer
Der Radweg in Stiepel ist ziemlich schmal. Dies soll sich ändern, um ihn sicherer zu machen.
Der Radweg in Stiepel ist ziemlich schmal. Dies soll sich ändern, um ihn sicherer zu machen.
Foto: Ingo Otto
Der Abschnitt des Ruhrtal-Radweges in Stiepel wird sich verändern: Zwei Varianten wurden erarbeitet. Vielleicht rückt die Strecke noch näher ans Wasser.

Bochum. Stiepel. Im Januar stand das Projekt zur Verbesserung des Ruhrtal-Radweges in Stiepel erstmals auf der Tagesordnung des Regionalverbandes Ruhr (RVR), seitdem hat sich einiges getan. Nun stehen zwei erste Varianten fest, aus denen bis Ende September eine werden soll. Wenn dann nichts mehr dazwischen kommt, soll im Februar nächsten Jahres der Förderantrag zur Realisierung der Baumaßnahmen eingereicht werden.

Finanziert wird das 1,1 Millionen Euro teure Projekt hauptsächlich durch das regionale Wirtschaftsprogramm mit Bundes- und Landesmitteln. Für die Folgekosten – also Verkehrssicherung, Pflege und Unterhaltung – wären die Stadt Bochum und das Freizeitzentrum Kemnade verantwortlich.

Die Planungen sehen zwei Varianten für den Abschnitt des Ruhrtalradweges zwischen der Kosterbrücke und dem Haus Oveney vor: In der ersten würde die vorhandene Strecke erhalten bleiben und an Konfliktstellen ausgebessert werden. Eine Rampe würde zur Kosterbrücke führen. In der anderen Variante rückt der Radweg näher an die Ruhr. Dafür würde eine ehemalige Betriebsstraße der Stadtwerke Bochum und von Gelsenwasser genutzt werden.

Möglich ist auch, dass beide Varianten kombiniert werden, in jedem Fall aber wird es Veränderungen geben – und die sind mehr als nötig. „Wir wollten das schon länger angehen, es war unter anderem aus finanziellen Gründen vorher aber nicht realisierbar. Jetzt wollen wir die Möglichkeit wahrnehmen“, sagt Projektleiter Heinrich Jolk vom RVR: „Der Radweg soll noch attraktiver und sicherer werden.“

Die Probleme des Stiepeler Abschnitts des Ruhrtal-Radweges liegen auf der Hand: Die Wegbreite ist zu gering (nur 1,80 Meter schmal), Natursteinpflaster sorgen teils für eine huckelige Strecke, die Wegführung ist durch den Baumbestand an vielen Stellen schlecht einsehbar und vor allem in den Kurven deswegen gefährlich.

Die Lösung soll ein kombinierter Fuß-, Inliner- und Radweg werden, der im Hangbereich des Sees bis zu sieben Meter breit werden könnte. Die Beleuchtung dort, die aktuell auf dem Mittelstreifen installiert ist, würde zur Uferseite wandern. Außerdem sollen die Aufenthaltsbereiche und Infotafeln, die zum Teil veraltet sind, erneuert werden. Fahrradständer und Sitzplätze sind geplant, ebenso lebensgroße Silhouetten aus Stahl von Fährmann, Schiffer und Co, die über die Historie informieren sollen.

Heidi Hopkins vom Landschaftsbeirat der Stadt hält die Planungen für keine gute Idee: „Aus unserer Sicht ist es nicht hinnehmbar, wenn der Weg entlang der Ruhr führt. Es ist dafür die falsche Zeit, weil vorher der Ruhrraum entwickelt werden sollte.“ Wie mehrfach berichtet, sollen die Ruhrauen in Stiepel zum Naturschutzgebiet werden.