Ruhrpark Bochum als narrenfreie Einkaufsoase für Karnevalsmuffel

Andreas Bartel
Viele Geschäfte hatten auch an Rosenmontag in Bochum geöffnet, nur wenige blieben geschlossen. Foto: Udo Kreikenbohm
Viele Geschäfte hatten auch an Rosenmontag in Bochum geöffnet, nur wenige blieben geschlossen. Foto: Udo Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool
Der Einzelhandel buhlte auch am Rosenmontag gezielt um Kundschaft. Vor allem die großen Kaufhäuser und Einkaufszentren in den Ruhrgebietsstädten warben mit narrenfreien Zonen, so zum Beispiel der Bochumer Ruhrpark.

Bochum. Nicht nur die bekannten Karnevalshochburgen Düsseldorf und Köln, auch viele Ruhrgebietsstädte waren am Rosenmontag fest in Hand der Jecken und Narren. Doch längst nicht jeder konnte dem bunten Treiben etwas abgewinnen, viele Karnevalsmuffel genossen das schöne Wetter fernab von Kamelle und Strüssche und ließen sich lieber von der Märzsonne bützen.

Oder sie nutzten den freien Montag zu einer ausgedehnten Shopping-Tour durch die Innenstädte. Diese warben – wie zum Beispiel das CentrO in Oberhausen – mit einer karnevalsfreien Einkaufszone und freuten sich über glänzende Besucherzahlen. Auch der Bochumer Ruhrpark warb mit „Narrenfreiheit“ von 10 bis 20 Uhr und setzte damit die Tradition der vergangenen Jahre fort. „Es ist jetzt schon erheblich voller als sonst“, konnte Alexandra Engeln von der RUPA Werbe GmbH bereits um 11 Uhr berichten. „Schon im Vorfeld haben uns erstaunlich viele Emails und Anfragen zu den Öffnungszeiten am Rosenmontag erreicht“, so die Marketing-Assistentin weiter.

Konsumtempel warben mit narrenfreien Einkaufsvergnügen

Dass besonders die Konsumtempel auf der grünen Wiese am Rosenmontag um Kundschaft ohne Pappnase werben, weiß auch Andreas Bentler, bei der Bochum Marketing GmbH zuständig für das City- und Zentrenmanagement: „Die Center zielen genau darauf ab.“

Seit einigen Jahren würden auch die großen Kaufhäuser in der Innenstadt auf diesen Zug aufspringen. Nur noch wenige Läden schließen schon mittags, Öffnungszeiten bis 18 oder 20 Uhr sind mittlerweile die Regel. „Vor fünf bis zehn Jahren hatten die wenigsten Geschäfte länger als 13 Uhr geöffnet“, sagt Bentler.

Doch das ist längst Vergangenheit. „Für uns ist der Rosenmontag schon seit Jahren ein normaler Werktag“, sagt Andor Baltz, Geschäftsführer des gleichnamigen Kaufhauses. Ähnlich sieht es sein Kollege Jürgen Knoth vom Elektronikfachmarkt Saturn: „Wir haben extra in der Werbung darauf hingewiesen, dass wir bis 20 Uhr geöffnet haben und an allen Ein- und Ausgängen plakatiert. Aber vom Niveau her ist es ein ganz normaler Montag. Das zeigt auch die Erfahrung aus den vergangenen Jahren.“

Angebot sehr gut angenommen

Die Kunden, die sich nicht so viel aus bunten Kostümierungen machen, nehmen das gerne an. So wie zum Beispiel Jörg und Ilona Petry. Das Ehepaar aus Dinslaken ist nur zufällig wegen eines Arztbesuchs in Bochum und den mit einem Einkaufsbummel verbunden. „Wir waren schon in verschiedenen Schuhläden“, sagt der 44-Jährige. „Aber wir haben nichts Bestimmtes gesucht“, ergänzt die 49-Jährige. Jetzt sind sie auf der Suche nach einer Pizzeria, um sich zu stärken. Denn später geht es weiter nach Essen, zum Limbecker Platz.

Das sonnige Wetter hat auch Martin und Özlem Schröder mit ihren beiden Kindern in die City gelockt. „Wir wollten eigentlich in den Zoo, aber der hat schon um 13 Uhr geschlossen“, sagt der 43-Jährige. Der Karneval ließ die Familie dagegen kalt. „Wir sind eigentlich keine Karnevalisten, nur jetzt durch die Kinder ein bisschen“, so die 30-Jährige.