Ruhrfähre Stiepel droht das Aus

Über diese Route soll die Ruhrfähre Stiepel und Blankenstein nach Vorstellung der Initiatoren künftig verbinden.
Über diese Route soll die Ruhrfähre Stiepel und Blankenstein nach Vorstellung der Initiatoren künftig verbinden.
Foto: Verein Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein
Initiatoren fürchten Konflikt mit dem Naturschutz, unter den die Ruhrauen in Stiepel gestellt werden sollen. Macher appellieren an die Politik.

Stiepel.. Der Verein Ruhrfähre Stiepel-Blanken­stein fürchtet das Aus für sein Projekt, wieder für eine Fährverbindung zwischen Stiepel und Blankenstein zu sorgen. Hintergrund sind die Pläne der Stadt, die Stiepeler Ruhrauen – den Grünstreifen zwischen Dorfkirche und Kosterbrücke – ab 2017 unter Naturschutz zu stellen (wir berichteten). Der Landschaftsplan sieht lediglich das Befahren der Ruhr mit Wasserfahrzeugen ohne Benzin- oder Elektromotor vor.

„Wenn die Planung in dieser Form vom Rat beschlossen wird, können wir unsere Hoffnungen, die Fährverbindung nach Blankenstein wiederzubeleben, begraben“, malt Klaus Thormählen, 2. Vorsitzender des Vereins, ein düsteres Bild. Seiner Meinung nach „ist den Bürgern nicht verständlich zu machen, warum dem Reitsport, den Radtouristen und Wasserwanderern weitgehende, von uns für durchaus sinnvoll gehaltene Ausnahmen zugestanden werden, während der Wochenend-Betrieb einer leisen Personenfähre mit Elektromotor und fast ohne Wellenschlag nicht gestattet werden soll“.

Horst Schott, der 1. Vorsitzende des Vereins, bleibt zuversichtlich. „Wir haben viele sachliche Vorschläge gemacht, wie ein Fährbetrieb den Anforderungen des Naturschutzes entsprechend gestaltet werden kann. Hierzu zählt jedoch auch die Forderung des Vereins, das Fahrverbot auf der Ruhr auf Wasserfahrzeuge mit Benzinmotor zu beschränken und ein Fährboot mit Elektroantrieb zuzulassen.“

In seiner Stellungnahme an das Umwelt- und Grünflächenamt fordert der Verein auch die Rücknahme der Grenze des Naturschutzgebietes auf die nördliche Uferseite der Ruhr. „Dies würde die Suche nach der optimalen Fahrlinie der Fähre erheblich erleichtern“, so Schott. „Die wichtigen Brut- und Niststandorte der Wasservögel am Fluss liegen eher in den Uferbereichen und diese Bereiche sind durch Betretungs- und Fahrverbote ausreichend geschützt.“

Die Vereinsvorsitzenden hoffen, dass die Bochumer Politik letztlich eine Entscheidung trifft, die sowohl den Belangen des Naturschutzes als auch denen der Sportler und Erholungssuchenden gerecht wird. Denn die öffentliche Resonanz auf die Fähre zeige, dass die Idee der wiederbelebten Fährverbindung kein Steckenpferd einiger Lokalpatrioten sei. In kurzer Zeit hätten sich rund 180 Bürger aus Stiepel, Blankenstein und den Nachbarstädten durch Unterschriften für das Fährprojekt ausgesprochen. Hinzu kämen rund 150 Mitglieder der offenen Facebook-Gruppe des Vereins.

Auch der Heimatverein Blankenstein gehört zu den eifrigen Mitstreitern. Dessen Vorsitzender Manfred Overrath wünscht sich, dass die Städte Bochum und Hattingen bei dieser Verbindung kons-truktiv zusammenarbeiten.

Ein weiteres Argument pro Ruhrfähre führt Pfarrer Jürgen Stasing, Kassierer des Vereins, an: „Wir haben einen Betreiber, der umweltverträglichen Fährbetrieb kann und schon seit Jahren erfolgreich in Witten praktiziert. Warum soll in Bochum nicht möglich sein, was wenige Kilometer flussaufwärts in Witten problemlos funktioniert?“

 

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