Ruhr Valley: Hochschule Bochum sieht sich auf richtigem Weg

Tobias Bolsmann
So sieht die Vernetzung im Ruhrgebiet für die Metropole Ruhr aus.
So sieht die Vernetzung im Ruhrgebiet für die Metropole Ruhr aus.
Foto: HSBO
  • Hochschulen aus Bochum, Dortmund und Gelsenkirchen arbeiten zusammen
  • Forschungsprojekte sollen durchgeführt werden, die Lösungen für die Automobilzulieferindustrie bieten.
  • Bislang sind an RuhrValley 14 Unternehmen beteiligt, die sich in 20 Projekten miteinander vernetzen.

Bochum.  Wenn drei gewinnen, freut sich die vierte. So lässt sich die Entscheidung der Bundesregierung vor wenigen Tagen zusammenfassen, das Strategiekonzept „Ruhr Valley - Mobility and Energy für Metropolitan Change“ in den kommenden vier Jahren mit rund 4,5 Millionen Euro zu fördern. Mit dem Konzept hatte sich das Trio Hochschule Bochum, Fachhochschule Dortmund und Westfälische Hochschule Gelsenkirchen beim Bundesprogramm FH-Impuls beworben – und sind einer von zehn Siegern bei 80 Bewerbungen. Sieger ist allerdings auch Herne als vierte im Bunde. Der Grund: Die Stadt wird Sitz des „Ruhr Valley“.

In der Mitte des FH-Dreiecks

Als Herner Oberbürgermeister Frank Dudda Anfang des Jahres erfahren hatte, dass die drei Fachhochschulen einen Standort auf neutralem Boden suchten, hatte er beherzt Hernes Hut in den Ring geworfen. Und da die Stadt auch geografisch ziemlich genau in der Mitte des FH-Dreiecks liegt, bekam sie den Zuschlag.

Stellt sich zunächst die Frage, welche Ziele „Ruhr Valley“ verfolgt. In dem Programm sollen eine Vielzahl von Forschungsprojekten durchgeführt werden, die Lösungen für die Automobilzulieferindustrie, den Energieanlagenbau und die mittelständische IT-Branche des Ruhrgebiets aufzeigen. Bislang sind an RuhrValley 14 Unternehmen beteiligt, die sich in 20 Projekten miteinander vernetzen.

„Die Hochschule Bochum kann ihre Leuchttürme Elektromobilität und Geothermie einbringen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule. „Bereits jetzt hat sich gezeigt, dass auch diese so unterschiedlichen Forschungsgebiete Synergien bieten, die es neu zu denken und zu nutzen gilt. Gerade die Interdisziplinarität und die praktische Ausrichtung ist dabei unsere große Stärke. Die Förderung durch FH-Impuls, das so etwas wie eine kleine Exzellenzinitiative für die Fachhochschule ist, bestätigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

Dudda bezeichnete „Ruhr Valley“ als großartiges regionales Projekt, Herne stelle sich gerne als „Labor des Wandels“ zur Verfügung. Dass es von Herne aus einen bundesweiten Austausch in den Themenfeldern gebe, sei ein „faszinierender Gedanke“. Nach der Sommerpause soll ein Projekt in der Akademie Mont-Cenis eingerichtet werden, bis zu fünf Wissenschaftler könnten später dort ihr Quartier haben. Dudda hat darüber hinaus die feste Absicht, mit der Politik über die Einrichtung einer Stiftungsprofessur zu sprechen. Er ist erfreut, dass Herne einen weiteren Mosaikstein in Sachen Wissenschaft erhält und denkt bereits weiter an konkrete Umsetzungen.