Ruhr-Uni verliert großen Förderer

Foto: Michael Korte

Im letzten Dezember noch wollte Berthold Beitz die Ruhr-Universität besuchen. Kurzfristig zerschlug sich der geplante Besuch anlässlich der Schenkung einer wertvollen Sammlung alt-persischer Kunst an die RUB-Antikensammlung. Die Luristan-Bronzen hatte Beitz seit den 60er Jahren gesammelt. Eine Schenkung, die nur als I-Tüpfelchen auf einer langen Reihe von Wohltaten für die Ruhr-Universität gelten kann. Die Ruhr-Universität trauert um ihren Ehrenbürger .

„Die Ruhr-Universität Bochum verliert nicht allein eine prägende Persönlichkeit unserer Zeit, sondern einen Förderer, der wie kaum einer das Motto der Universität ‚menschlich -weltoffen - leistungsstark’ verkörperte“, sagt Rektor Elmar Weiler. „Er wird uns fehlen.“ Beitz unterstützte den Aufbau der Ruhr-Universität von Anfang an. So übergab er in den 60er Jahren den Bücherbestand der Villa Hügel an die RUB - er bildete den Kern der Universitätsbibliothek.

Im Februar 2004 eröffnete das Alfried Krupp-Schülerlabor, eine in NRW einmalige Einrichtung, die ohne die großzügige Unterstützung der Krupp-Stiftung nicht möglich gewesen wäre. Die Stiftung förderte auch das 2010 eingerichtete Schülerlabor für Geisteswissenschaften, das die erste Einrichtung ihrer Art an einer deutschen Universität war. Bereits 1999 erhielt Berthold Beitz von der Fakultät für Geschichtswissenschaft die Ehrendoktorwürde. 2005 verlieh ihm der Senat die höchste zu vergebende Auszeichnung: Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz wurde 13. Ehrenbürger der Ruhr-Universität.

Doch es war nicht nur das wissenschaftliche Parkett, das das Bild von Berthold Beitz in dieser Stadt prägte. Kurz nach dem Beginn seiner Arbeit als Generalbevollmächtigter bei Krupp 1953 kam er nach Bochum. Bei verschiedenen Gelegenheiten erzählte er immer gern die Anekdote, dass er den „Bochumer Verein“ zunächst für den örtlichen Fußballclub gehalten habe. Doch Beitz lernte schnell sich zu orientieren, sich mit den Verhältnissen im Montanland Ruhrgebiet vertraut zu machen. In einem Gespräch erinnerten sich vor ein paar Jahren ehemals leitende Angestellte des Bochumer Vereins, dass sie nach der Übernahme des Werkes durch Krupp 1960 zunächst kritisch auf den Norddeutschen geschaut hätten. Aber sein Wille, sich in die Materie einzuarbeiten, habe sie sehr beeindruckt.

Immer wieder wandten sich auch Menschen aus Bochum bei Konflikten an den Patriarchen auf dem Hügel. Zuletzt 2010 vermittelte Beitz noch ein Gespräch zwischen dem damaligen Vorstand von Thyssen-Krupp-Nirosta und den Mitgliedern der Hammer Runde, die sich gegen die Neuauflage der Marbach-Deponie wehrten

 
 

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