Ruhr-Uni kauft Wollschläger-Standort in Bochum-Werne

Den bisherigen Firmensitz der Wollschläger GmbH an der Industriestraße hat die Ruhr-Uni gekauft.
Den bisherigen Firmensitz der Wollschläger GmbH an der Industriestraße hat die Ruhr-Uni gekauft.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Die Ruhr-Uni wächst. Im Stadtteil Werne hat sie den bisherigen Wollschläger-Standort gekauft. Es könnte ein Zwischenschritt zur World Factory sein.

Bochum. Mieter in markanten Gebäuden der Innenstadt wie dem Blue Square und dem Bochumer Fenster ist die Ruhr-Universität schon. Jetzt dehnt sie ihre Präsenz über Querenburg hinaus auch auf die weitere Stadtfläche aus. An der Industriestraße in Werne hat sie den bisherigen Standort der Wollschläger GmbH gekauft.

2000 Quadratmeter Bürofläche und eine 10.000 Quadratmeter große Halle umfasst das Objekt. Über die genaue Verwendung hüllt sich die Ruhr-Uni momentan noch in Schweigen, auch über den Kaufpreis machen beide Parteien keine Angaben.

Langjährige Partnerschaft

Mehrere Millionen Euro dürfte das alteingesessene Handels-, Technik- und Dienstleistungsunternehmen dafür aber erzielt haben. Inhaber Frank Wollschläger äußerte gegenüber der WAZ, er sei zufrieden mit dem Verkauf des bisherigen Firmensitzes. Er pflegt seit Jahren eine Partnerschaft mit der Ruhr-Uni und dabei vor allem mit dem Studiengang Sales Engineering and Product Management. Seit 2007 lobt Wollschläger den Sales Engineering Award aus und ist außerdem Vorsitzender im Kuratorium der Fakultät Maschinenbau.

Ein Jahr lang werden das Familienunternehmen und die Ruhr-Uni das Areal noch gemeinsam nutzen, bis Wollschläger den Umzug seiner Verwaltung an den neuen Standort an der Carolinenglückstraße abgeschlossen hat. Zur Verfügung stehen dem Käufer bereits jetzt die Halle, von der Wollschläger bislang seine Logistik betrieben hat und die seit Anfang des Jahres vom neuen Firmensitz aus erledigt wird. Dort hat das Unternehmen einen zweistelligen Millionen-Betrag investiert, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und weiter wachsen zu können.

„Dinge ausprobieren“

Vermutungen, in Werne könnte nun die unter dem früheren Uni-Rektor Elmar Weiler geborene Idee der World Factory umgesetzt werden, da die Perspektiven auf dem eigentlich angedachten Areal, dem ehemaligen Opel-Werk in Laer, nicht umsetzbar sein könnten, mochte Uni-Sprecher Jens Wylkop am Freitag nicht bestätigen. Im Gegenteil: „Wir halten daran fest, die World Factory als Transfer- und Gründerzentrum auf dem Opel-Gelände zu etablieren“, sagt er. Allerdings sei es durchaus möglich, dass das nun erworbene Gelände in der Übergangszeit genutzt werde, „um Dinge auszuprobieren“. Es könne dort durchaus Anknüpfungspunkte an die World Factory geben.

Ins Spiel könnte dem Vernehmen nach dabei auch der Lehrstuhl für Produktionssysteme (LPS) kommen, den seit Anfang April der von der TU Dortmund an die Ruhr-Uni gekommene Prof. Dr.-Ing. Bernd Kuhlenkötter innehat. Der LPS betreibt schon jetzt eine Pilotfabrik auf dem Uni-Gelände in Querenburg. Gegenüber der WAZ bestätigt Prof. Kuhlenkötter, künftig einen Teil des Areals zu nutzen. Alles weitere werde das Rektorat verkünden.

Sprecher kündigt Details an

Sprecher Jens Wylkop kündigt derweil an, die Ruhr-Universität werde sich in einigen Wochen über ihre Pläne zu beiden Projekten, World Factory und Standort Werne, äußern. Momentan sei „noch einiges im Schwange“.

 
 

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