Bochum

Ruhr-Uni führt die Parkscheibe ein: So will Bochum das Platzproblem in der Bibliothek lösen

So sieht die Parkscheibe in Bochum aus.
So sieht die Parkscheibe in Bochum aus.
Foto: dpa
  • Häufig werden Plätze in der Bib blockiert, obwohl die Studenten gar nicht da sind
  • Mit der Parkscheibe darf man ab jetzt maximal eine Stunde seinen Platz verlassen
  • Streit unter Studenten soll so vermieden werden

Bochum. Wer kennt es nicht? Du gehst in die Bibliothek deiner Uni, um für Klausuren zu büffeln und findest einfach keinen freien Tisch. Alles voller Bücher, Ordner und Zettel. Die dazugehörigen Studenten siehst du dabei häufig nicht. Die Ruhr-Uni Bochum hat deswegen jetzt eine Parkscheibe für die Bib eingeführt.

Seit Anfang des Jahres liegt diese Scheibe an jedem Platz in der Bibliothek. Zwischen 12 Uhr und 14 Uhr dürfen die Studenten eine Stunde lang wegbleiben, ansonsten 30 Minuten. Danach dürfen Kommilitonen den blockierten Platz freiräumen und selbst belegen.

Streit um Plätze soll es nicht mehr geben

Damit reagiert die Uni auf ein ernstes Problem: Denn in der Bibliothek ist Ärger vorprogrammiert, wenn zu den Stoßzeiten etwa 4000 Studenten am Tag versuchen, einen der 1117 Leseplätze zu ergattern.

„Wir hatten in der vergangenen Prüfungsphase im Juli einige Auseinandersetzungen“, sagt Beate Ramisch, die Leiterin der Benutzungsabteilung der Bibliothek. Schon damals galt die Regelung, dass eine Pause nicht länger als 30 Minuten dauern sollte.

Studenten noch skeptisch

Daran hielten sich längst nicht alle. „Plätze wurden freigeräumt, der aus der Pause Zurückkehrende war sauer, weil er angeblich nur kurz weg war“, berichtet Ramisch.

Die Begeisterung über das neue Konzept hält sich bei den Bochumer Studenten momentan noch in Grenzen. Omar Bachari, 23 Jahre alt und Maschinenbau-Student wollte etwa für einen Freund, der länger in der Pause war, den Platz frei halten.

Konzept gibt es auch in anderen Städten

Doch ein anderer Student ließ nicht mit sich diskutieren und räumte die Sachen weg. „Er durfte das, trotzdem hätte ich meinem Freund den Platz gerne frei gehalten.“

Erfunden hat die Ruhr-Uni die Parkscheibe übrigens nicht. Bereits vor knapp zehn Jahren führte die Uni Mannheim das System ein. In anderen Städten wie Freiburg, München oder Düsseldorf gibt es die Parkscheibe ebenfalls.

(dpa/fr)

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