Ruhm des Rekordautos der Hochschule Bochum verblasst

Markus Rensinghoff
Matthias Drossel und das Welt-Umrundungs-Elektroauto. Derzeit steht es in einem Transportcontainer.
Matthias Drossel und das Welt-Umrundungs-Elektroauto. Derzeit steht es in einem Transportcontainer.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Matthias Drossel begleitet weiterhin das Solarmobil der Hochschule, mit dem er einmal um die ganze Welt fuhr. Für Fachmessen wird es weiterhin gebucht.

Bochum. Der Ruhm ist verblasst. So wie Farbe in der Sonne. Immer weniger Termine gibt es für das Weltrekordauto. Ohne Strom aus der Steckdose, nur mit der Kraft der Sonne, also wirklich reinem Solarstrom betrieben umrundete es die Welt. Als erstes und bislang einziges Auto.

Zwei Jahre ist das her. Inzwischen ist es nur noch eins von mehreren Solarautos an der Hochschule Bochum – und bleibt dennoch immer ein besonderes. Jedes Jahr entsteht ein neues Solarauto, finden sich neue Studenten, die sich einer stets im Detail veränderten Wettbewerbsaufgabe stellen, ein Auto zu bauen, zu entwickeln, das sich mit der Kraft der Sonne bewegt.

Matthias Drossel (27), Student der Elektrotechnik, hat das Rekordauto nicht nur mit entwickelt und gebaut, er hat es auch gefahren, war der Elektrikchef. Ein Jahr, rund um die Welt. Einmal Australien und wieder zurück.

Wie sehr ist das Rekordauto noch gefragt?

Matthias Drossel: Statt so wie direkt nach der Weltumrundung 30, sind es jetzt deutlich weniger Termine. Wir fahren aber immer mal wieder auf Messen. Im vergangenen Jahr kamen so immerhin noch zwanzig Termine zusammen.

Inzwischen sollten es Pflichttermine sein.

Drossel: Nein. So eine Messe ist immer spannend, weil man nicht weiß, wer kommt, wer was fragt.

Die meisten Antworten müssten Sie aber im Schlaf können. Wie schnell ist/war das Solarauto von 0 auf 100 km/h?

Drossel: Das zum Beispiel weiß ich nicht, das haben wir nie ausprobiert. Die Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Wir konnten 400 Kilometer ohne, 800 Kilometer mit Sonne fahren. Das Auto wiegt 320 Kilogramm, hat für 100 Kilometer einen Energiebedarf von zwei Kilowatt-Stunden. Unterwegs waren wir ein Jahr, Fahrtage waren es 168 bei einer Strecke von 29 753 Kilometern.

Das nächste Solarauto der Hochschule müsste noch besser sein, noch effizienter sein.

Drossel: Nein. Zum einen sind es wieder neue Studenten, die sich um das neue Projekt Solarauto kümmern. Sie sind nicht automatisch besser, auch wenn sie besser sein wollen. Sie fangen allerdings wieder fast bei null an, haben aber auch eine etwas andere Aufgabe als wir. Unser Auto war das erste, das solarautark um die Welt gekommen ist, komplett ohne Steckdose. Das muss das nächste Auto schon nicht mehr können. Das wird im Herbst fertig sein und das geht dann in Richtung alltagstaugliches Rennauto. Es soll schneller sein und mehr Komfort haben. Elektrische Fensterheber, Sitzheizung.