Rettungsdienst soll weiterhin schnell bleiben

Die Anzahl von Rettungseinsätzen hat in Bochum deutlich zugenommen, hier eine Großübung im April 2012 an einem Bahnübergang in Dahlhausen.
Die Anzahl von Rettungseinsätzen hat in Bochum deutlich zugenommen, hier eine Großübung im April 2012 an einem Bahnübergang in Dahlhausen.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Ein Forschungsprojekt der Ruhr-Universität will dafür sorgen, dass der Rettungsdienst der Feuerwehr langfristig gesichert und verbessert wird. Die Fahrtzeiten der Retter zu den Patienten und Unfallopfern sollen trotz wachsender Einsatzzahlen weiterhin möglichst kurz sein.

Bochum. Mit einem Forschungsprojekt der Ruhr-Universität könnte der Rettungsdienst der Bochumer Feuerwehr weiter verbessert werden. Mehrere Wissenschaftler arbeiten seit einigen Monaten an einem neuen System, mit dem die Einsatzwagen schneller zu Patienten und Unfallopfern kommen können.

Zurzeit braucht der Rettungsdienst höchstens zehn Minuten, um zu jedem Punkt innerhalb Bochums zu gelangen. Basis sind die sechs festen Rettungswachen in der Stadt. Weil aber trotz eines leichten Rückganges der Bevölkerung in der vergangenen Jahren ein starker Anstieg der Einsatzzahlen zu verzeichnen ist (zuletzt weit mehr als 25 000 pro Jahr), wird die Feuerwehr immer stärker belastet. „Insbesonders ein hoher Anteil von rund 50 Prozent bei Einsätzen in der Altersgruppe von Über-70-Jährigen lastet die verfügbaren Kapazitäten sehr stark aus“, heißt es am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, wo das Forschungsprojekt zwei Jahre lang in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bochum betrieben wird. Um trotz des steigenden Rettungsbedarfs eine angemessene Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, müssen die knappen Ressourcen der Feuerwehr langfristig wirksamer genutzt werden, erklärt die Uni ihr Projekt.

„Wir werden den einen oder anderen Vorschlag ausprobieren“

Der Lehrstuhl unter Leitung von Prof. Dr. Brigitte Werners erhält von der Feuerwehr anonymisierte Datensätze, anhand derer die Wissenschaftler eine strategische und taktische Planung für den Rettungsdienst entwickeln wollen. Dabei wird vor allem untersucht, ob die Feuerwehr über ihre drei festen Standorte hinaus weitere mobile einrichten sollte. In Frage kommen zum Beispiel Krankenhäuser, Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren oder andere städtische Einrichtungen. „Wir werden den einen oder anderen Vorschlag ausprobieren und, wenn er sich bewährt hat, übernehmen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Simon Heußen am Freitag auf Anfrage der WAZ.

Das Forschungsprojekt soll handfeste Ergebnisse hervorbringen. „Besonderen Wert legen alle Projektpartner darauf, dass die theoretischen Ergebnisse einen direkten praktischen Effekt auf die Versorgungsqualität und damit für alle Einwohner haben“, heißt es am Lehrstuhl.

 
 

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