Reginald Holden kehrt zurück zum Starlight-Express

Jürgen Stahl
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Fast die Hälfte des Ensembles hat Bochum verlassen. Zu den Neuen zählt auch ein alter Bekannter: Reginald Holden Jennings ist der Papa.

Bochum. Rollentausch im Starlight-Express: Zum Monatsbeginn hat rund die Hälfte des Ensembles das Erfolgsmusical turnusgemäß verlassen – in der Regel nach zwei Jahren. Reginald Holden Jennings zählt zu den 20 neuen Darstellern unterm Sternenhimmel – und ist doch ein alter Bekannter.

„Good to be back!“, strahlt die Frohnatur im WAZ-Gespräch. Dem 51-Jährigen ist zwar nicht sein Alter, sehr wohl aber die Freude über seine Rückkehr zum Stadionring anzusehen. 2008 hatte der US-Amerikaner hier erstmals auf der Bühne gestanden. Vorausgegangen war eine Laufbahn voller Höhen und Tiefen.

Geboren im US-Bundesstaat Mississippi, übt sich Klein-Reggi früh im Kirchenchor und Schultheater: künstlerische Basisarbeit, die ihm nach der Highschool bei Jobs als Tänzer und Entertainer in Disney-Ferienparks zugute kommt. Und doch will Jennings auch „etwas Vernünftiges lernen“ – und schließt parallel zu seinen abendlichen Show-Einsätzen ein Architekturstudium ab.

Start in New York und Vegas

Die Bühne indes ist und bleibt seine wahre Leidenschaft. Mit ein paar Dollar in der Tasche zieht er 1995 erst nach New York, wenig später nach Las Vegas, wo er heute vor ziemlich genau 20 Jahren für die Originalversion von Lloyd-Webbers Starlight-Express engagiert wird.

Als Geldtransporter Purse und als Electra kommt die Musicalkarriere des Reginald Holden Jennings ins Rollen. Ein Vegas-Kollege holt ihn 2008 nach Bochum, wo Starlight damals schon seit 20 Jahren läuft und läuft und läuft.

„Seither bin ich hier – und will nie wieder weg“, sagt der Sympathieträger, der bis 2014 regelmäßig zur Besetzung gehörte und u.a. als HipHopper, Electra und Ersatz-Papa (im Theater „Back-up“ genannt) die Erfolgsgeschichte des Musicals ein Stück weit mit geschrieben hat.

Nach Engagements u.a. am Schauspielhaus („Spamelot“) ist Jennings jetzt wieder Teil der Starlight-Familie. Diesmal, wenn man so will, als Familienoberhaupt. Zum ersten Mal ist er „1. Cast“ als Papa. Heißt: Er ist die erste Besetzung der alten Dampflok. „Darüber bin ich sehr stolz. Es ist meine erste Hauptrolle und der Höhepunkt meiner Karriere“, sagt er mit breitem Lächeln.

Auch Rusty ist neu besetzt

Seit dem 1. Mai probt er für Papa. Damit ist er ein Spätstarter. Die echten Starlight-Novizen, die das Rollschuhlaufen meist von Grund auf erlernen müssen, sind schon seit Februar im Training – darunter der Ex-Electra Jeffrey Socia, der als Nachfolger von Publikumsliebling Kevin Köhler den neuen Rusty gibt, und Rachel Cumino als strahlend schöne neue Pearl.

Jennings, der in einer Single-Wohnung an der Jakobstraße daheim ist, greift erst nächste Woche ins Geschehen ein. Bis zum Wochenende ist er bei „The Chorus Line“ in Klagenfurt engagiert. Ab 8. Juni verwandelt er sich in Papa. Eine Dauer-Rolle: Sein Vertrag läuft über zwei Jahre,